Meine Erfahrungen nach 5 Jahren leben+arbeiten in Australien

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Chacco
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Beitrag von Chacco » 11.11.2010 - 00:16

Jojo29 hat geschrieben: Och komm Chacco. :roll: Das ist doch Unsinn. In den falschen Ecken ist es überall auf der Welt gefährlich. Und bangkok ist da einfach sicherer?
Nein, das sind meine Erfahrungen und die würden mir auch sehr viele Menschen in meinem Bekanntenkreis bestätigen.
Geh mal nachts in Berlin oder Frankfurt allein in die Seitenstraßen der Bahnhofsgegend, viel Spaß.
Sicherlich ist das meine subjektive Wahrnehmung, aber ich fühle mich in Bangkok in der dunkelsten Ecke sicherer, als in jeder deutschen Großstadt nach Einbruch der Dunkelheit, absolut zweifellos.
Gehe ich in Deutschland in einen Stadtteil, der als sozialer Brennpunkt gilt (z.B. Duisburg Marxloh oder Hochfeld, Köln Chorweiler etc.), dann kann ich quasi davon ausgehen, dass mich irgendeine Gruppe von Halbstarken dumm anpöbelt, in Bangkok kann ich davon ausgehen, dass sie mit mir ne Runde Whisky trinken wollen, ist einfach meine Erfahrung aus etlichen Jahren.
Silvery
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Beitrag von Silvery » 11.11.2010 - 08:50

Danke Jojo und Rando! :grins:
Ist schon ganz gut mal den Frust rauszulassen. Vor allem wenn man in der Heimat oft hoert wie toll Australien ist oder solche Sprueche wie 'Die waer doch bloed wieder nach Deutschland zu kommen'. Meist von Leuten die wahrscheins noch nie laenger als 3 Wochen aus Deutschland draussen waren. Es ist ein sehr grosser Unterschied ob ich hier reise und die beste Zeit meines Lebens habe oder dauerhaft hier lebe, arbeite und einen Alltag hab.

Vor einigen Tagen hab ich mich mit einem aelteren Spanier unterhalten, der auch schon vor einigen Zeiten hierher ausgewandert ist. Der hat angefangen mir vom Mittelmeer vorzuschwaermen und hat nur abgewunken als ich gefragt hab wie ihm Australien gefaellt. Und auf die Frage warum er nicht zurueck nach Spanien geht, hat er gesagt, das geht nicht weil seine Kinder und Enkelkinder hier gross geworden sind.
Wenn man sich da nicht fruehzeitig Gedanken drum macht, kann es echt mal ganz schoen schnell zu spaet sein und man steckt dann fest.
fawkes

Beitrag von fawkes » 11.11.2010 - 09:10

mit den sozialen brennpunkten gebe ich chacco recht. und die gibt es nunmal vorwiegend in einigen der genannten nachtaktiven deutschen großstädten. wobei die tageszeit für die wahrscheinlichkeit des anpöbels keinerlei rolle spielt.

in "dunklen ecken" ist mir noch nie was passiert. ich fühle mich nachts um 3 in einer solchen ecke immer noch wohler als am bhf von rockhampton oder mitten in der city im toten brisbane.
asien wird nie meins sein, da ich mich mit gesellschaftlichen wertvorstellungen nicht identifizieren kann und dort in mehreren ländern an meine grenzen gestossen bin.

aber so ist das halt, ich bin damit groß geworden, ich kenne das nicht anders. lediglich das alter der pimpfe, die rumpöbeln, ist im laufe der jahre gesunken. da hilft nur ein gesundes maß an ignoranz. und das braucht man in jedem land, wenn auch aus anderen gründen.

wie ich schon sagte, jeder findet das richtige plätzchen für sich.
TravelNZ
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Beitrag von TravelNZ » 13.11.2010 - 22:44

Hey Silvery,

ich muss dir voellig Recht geben! Ich war ueber 4Jahre lang in Australien und hab immer gedacht, wenn ich hier jemals wieder weg muss bring ich mich um haha das klingt vielleicht krass aber so hab ich damals gedacht.. ich haette mir einfach nicht vorstellen koennen jemals wieder wo anders leben zu koennen.

Ich bin damals sehr viel gereist, Hawaii, Europa, Asien, hatte ein Luxusleben und keine Probleme, aber egal wo ich war ich hatte immer sofort riesen heimweh nach Sydney! In Deutschland hab ich es teilweise garnicht ausgehalten...

Ich glaub ich fand es dort damals so schwer weil ich keine Familie dort hatte und auch mein damaliger Partner hatte keine Familie dort.

Das hat sich jedoch alles fuer mich geaendert nachdem unsere Beziehung auseinander gegangen ist. Ich bin zum Soulsearching fuer 2 Wochen nach Neuseeland auf die Suedinsel gegangen und ich wollte nicht mehr weg!

Ich muss ganz ehrlich sagen dass ich nicht wieder in Deutschland leben koennte, ich bin damals nach der Schule weg, hab nie in Deutschland gearbeitet-ausser Teilzeitjobs- nie meine eigene Wohnung dort gehabt etc etc

Ich weiss nicht ob du oft zurueck nach Deutschland gehst, ich gehe jedes Jahr zurueck um meine Familie zu sehen und um ehrlich zu sein, ich hab mich das erste Jahr SOOO darauf gefreut 'heim' zu gehen, du erinnerst dich an alles positive und wenn du ankommst... oje all das was ich mir so super vorgestellt hab war garnicht wirklich so :( und mit jedem Jahr ist es schlimmer geworden!
Ja Australien hat seine Nachteile aber ich glaube wenn du dich erstmal an das einfache Leben dort gewoehnt hast, ist es wirklich schwer zurueck nach Deutschland zu gehen- kommt natuerlich ganz auf die Person an!

Ich bin jetzt in Neuseeland, hab meine eigene Familie und ueberleg mir des oefteren ob wir nicht fuer 6monate oder so nach Deutschland gehen sollten, damit meine Familie mehr Zeit mit meinem Sohn verbringen kann etc etc aber ganz ehrlich ich glaube nicht dass ich dort gluecklich waere :(

Jedes Land hat seine Vor und Nachteile und es kommt am ende auf die individuelle Person an was dir in deinem Leben wichtig ist :)

Viel Glueck !!!
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Silvery
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Beitrag von Silvery » 14.11.2010 - 07:29

Danke TravelNZ! :smile:

Ich weiss was du meinst.. ich bin auch jedes Jahr mind. 1 mal fuer ein paar Wochen in Deutschland und ich bin vor ca. 3 Jahren sogar fuer ein halbes Jahr zurueck nach D weil ich damals schon mal gehoerig die Nase voll hatte von Australien. Und alles war daheim ploetzlich anders... mit meinen Freunden war kaum noch was los, mit meinem Vater hatte ich dauernd Stress, ich musste bei meinen Eltern wohnen und hatte keine Arbeit, kein eigenes Auto und bin vor Langweile fast durchgedreht. Nach einigen Wochen war ich dann schon wieder am Ueberlegen zurueck nach Australien zu gehn, weil ich dort ja immer noch meinen Freund hatte, was es natuerlich nicht grad leichter machte.

Und nun steh ich wieder vor dem gleichen Problem, aber nachdem ich dem ganzen hier und vor allem meiner Beziehung ja nochmal diese grosse Chance gegeben hatte und damals wieder nach Australien zurueck bin, kann ich jetz ziemlich sicher sagen, dass es reicht und dass ich mir mein Leben hier so nicht vorstellen kann.
Dieses Mal werd ichs einfach etwas anders anpacken und wenn ich dann erstmal wieder nen Job und ne eigene Wohnung in D hab oder wohin es auch immer mich verschlaegt, dann wirds hoffentlich auch nicht wieder so sein wie damals.
Ich hatte bereits einige Jahre in Deutschland gearbeitet und auch meine eigene Wohnung gehabt bevor ich nach Australien bin, also nicht so wie bei dir :wink:
Vielleicht sollte ich auch mal nach Neuseeland gehn :wink: Allerdings kenn ich da jemanden der da auch schon seit einigen Jahren lebt und der ist auch alles andere als gluecklich dort..
Schoen dass du deinen Platz gefunden hast! :smile:
Mariposa
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Beitrag von Mariposa » 19.11.2010 - 16:17

Interessante Geschichte. Ich kann dich verstehen, auch wenn es mir nicht so geht. Es ist doch ok, dass du wieder nach Deutschland willst.

Erzähl doch mal dem Spanier, dass hier die Wirtschaft am Ende ist, mit höchster Arbeitslosigkeit Europas, vielleicht tröstet ihn das :wink: . Ohne soziale Absicherung ist das schon ein imenses Problem....Und den Ozean fand ich schon immer schöner als das Mittelmeer. :cool:

Mir geht es da wie Chacco was deutsche Gross-Städte betrifft. Manchmal nerven mich die lauten Restaurants hier, wo man sein eigenes Wort nicht versteht, aber in Deutschland in ner Gross-Stadt denke ich auch manchmal, huch, ist Terrorarlarm, oder warum ist keiner auf Strasse? Mir fehlt das Gewusel, das Leben....etc. Und ich kann das jetzt mal behaupten. Musste dieses Jahr 9 x 5 Tage nach Deutschland zum Arbeiten, sowohl Gross- also auch mittelgrosse Stadt. Klingt zwar doof, aber ich finde Deutschland nicht so unsicher, aber ich habe das Gefühl, dort fehlt es an Beleuchtung. Ich habe schon oft einen anderen Weg genommen, weil ich nicht durch die Dunkelheit an Büschen vorbei laufen wollte. Das passiert mir hier nie.....
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Beitrag von E.S. » 20.11.2010 - 01:16

Die Landbevölkerung erscheint mir 20 oder 30 Jahre hinterher zu sein... :D
Soviele Anti "Green Party" Sticker hätte ich nie erwartet.
Die Leute nerven mit ihren "Only a dead snake is a good snake" Gedanken.
Ok... hier "draussen" gibts echt viele Taipan und Brown Snakes aber am Ende sieht man die nur wenn man schnell genug mit dem 4WD durch die Heide böllert bevor eine wegrobbt oder kichernd überfahren wird... 0o


Und wie sie mit ihrer Umwelt umgehen ist ähm...milde gesagt be********.
Das wissen sie selbst und mir wurde schon von meinem Chef gesagt "Hast du immer noch nicht verstanden das wir hier in Australien keinen Respekt vor unserer Umwelt haben?" :roll:

Kleine Fische werden generell achtlos hinter einen geworfen und dürfen dann verrecken... Aber wenn die Green Party sagt das ist nicht so toll ticken die Aussies aus und behaupten es wird alles verboten. :D


Kinder und Hundeerziehung lässt auch so einiges blicken.
Wenn da mal die Bitch eine draufbekommt weil sie die Kidz vom Haus wegträgt oder die eigenen Kinder eine abbekommen wird das dann mit einem Lachen qittiert.

"Manchmal brauchen die das!"
fawkes

Beitrag von fawkes » 22.11.2010 - 08:45

hey, red doch nicht so über australien! da ist das wetter IMMER gut, ALLE menschen nett und es gibt KEINE probleme! :wink:
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Beitrag von Pandora » 23.11.2010 - 17:52

Das ist wirklich gut zu lesen dass mal jemand auch solche Erfahrungen zu erzählen hat...bei mir wird es nämlich darauf hinauslaufen dass ich Deutschland nächstes Jahr den Rücken kehren werde um in Sydney zu leben und zu arbeiten.

Die Sprache, das Arbeiten etc. macht mir keine Sorgen...eher die oben genannten Punkte.
Mir ist auch aufgefallen dass z.B. sehr viel getrunken wird, sehr viel Drogen genommen werden und die Aussies im Allgemeinen oft oberflächlich sind. Bestimmt nicht alle, aber sicher ausgeprägter als bei uns.
Ich weiß nicht wie ich auf dass alles reagieren werde, ich war zweimal unten aber wenn man dort dann letztendlich bleibt und lebt ist es was völlig anderes.

Ich frag mich, ob es mir nicht völlig wurscht sein könnte, wie oberflächlich die Leute sind, solang ich ein kleines Netzwerk loyaler und echter Freunde unten habe...oder ist es gar nicht möglich so tiefe Freundschaften aufzubauen?
Ich mein es wird ja nicht das Land besoffen und bekifft sein....

Keine Ahnung, mir gehen grad recht viele Dinge durch den Kopf diesbezüglich...

Grüße
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Beitrag von sunrise » 23.11.2010 - 22:35

Ich denke, das muss jeder für sich selbst rausfinden. Vieles liegt auch einfach am Partner. Wenn der es nicht so extrem mit dem Saufen hat, dann hat er auch nicht die entsprechenden Bekannten.

Deutschland nimmt dich ja wieder zurück, falls es nicht klappt. :cool:
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Re: Meine Erfahrungen nach 5 Jahren leben+arbeiten in Australien

Beitrag von Baci » 27.03.2018 - 13:55

Ich schliesse mich an, was Silvery geschrieben hat. Nach 4 Jahren Australien habe ich den Entschluss gefasst, in meine Heimat Schweiz zurückzukehren. Australien ist nicht das, was man sich vorstellt. Zwar steht auf dem Arbeitsvertrag 38-Arbeitsstunden in der Woche, aber in Wirkichkeit arbeite ich viel mehr. Hier wird viel gefordert und die Qualität gibt zu wünschen. Freundschaften sind oberflächlich und der Alkoholkonsum ist hoch. Die Australier feiern gerne laut und haben keinen Respekt für die Nachbarn. Man ist von der Familie weit entfernt und wenn es gut geht, sieht man sich vielleicht alle 2 Jahre. Wenn man Kinder hat, wird es noch schwieriger, denn man muss $1,500-$2,000 für Flugtickets und pro Kopf rechnen. Das mit dem Mental Health stimmt ebenfalls. Mein Ex-Mann ist so ein Kandidat. Ich habe mich noch nie so einsam wie in Australien gefühlt, obwohl ich ein sehr sozialer Mensch bin. Die Ärzte hier sind furchtbar, sie gehen nicht ins Detail und habe manchmal das Gefühl, man lebe in der 3. Welt. Die Schweiz und die Schweizer mögen Ihre Macken haben, aber mir ging es in diesem kleinen Land viel besser. Es wird mir nicht einfach fallen, Down Under zu verlassen, ein durchaus schönes Land, aber mir fehlt die Europäische Kultur und die Freundschaften, sowie die 4 Jahreszeiten ☹️
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Re: Meine Erfahrungen nach 5 Jahren leben+arbeiten in Australien

Beitrag von Chacco » 29.03.2018 - 21:41

Baci hat geschrieben:Die Schweiz und die Schweizer mögen Ihre Macken haben, aber mir ging es in diesem kleinen Land viel besser.
Ich würde liebend gern mit dir tauschen. Die Schweiz mag für Schweizer ok sein, aber ich kann deinen Satz über Australien zu 100% über die Schweiz sagen: Ich habe mich noch nie so einsam gefühlt, wie hier.
Kontakte zu Schweizern: nur oberflächlich, ist aber aus meiner Sicht mittlerweile auch besser so.
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Re: Meine Erfahrungen nach 5 Jahren leben+arbeiten in Australien

Beitrag von oliaust » 08.04.2018 - 11:22

Meine Erfahrungen, die ich über 35 Jahre in Sydney gesammelt habe, sind sehr anders als die von Silvery. Natürlich trinken wir hier gerne ab und zu ein Bier oder mehr, aber in Deutschland hatte ich das auch nicht anders erlebt. Im Gegenteil, meine Oma war Alkoholikerin. Das gibt es in meinem Australischen Familienkreis nicht.

Auch ist es richtig, dass das Leben in Australien einiges teurer ist als in Deutschland. In dieser Hinsicht fallen mir die niedrigen Preise in Deutschland immer angenehm auf, wenn ich mal wieder auf Urlaub da bin (zuletzt in 2016 mit meiner Frau und drei Kindern). Dafür ist die Bezahlung für viele Berufe einiges besser in Australien.

Ich könnte es mir auf jeden Fall nicht vorstellen das tolle Wetter und die unglaubliche Natur in Australien für ein Leben in Europa aufzugeben. Ich war 1996 für 5 Monate Beruflich in England und konnte es nicht abwarten wieder nach Hause nach Sydney zu fliegen.
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Re: Meine Erfahrungen nach 5 Jahren leben+arbeiten in Australien

Beitrag von Pianopiano » 08.04.2018 - 15:22

Ich hatte es fast nicht mehr für möglich gehalten, so einen tollen Text wie diesen von SILVERY zu lesen. Danke! Viele, die hier nach Australien kommen, sollten diesen Text unbedingt lesen !!!!!! Ich bin seit vier Monaten hier und kenne gefühlt 100 Leute, die Australian "ACH sooooo toll und chillig" finden und hier unbedingt bleiben wollen.....
Ich habe schon gedacht etwas stimmt nicht mit mir weil ich es hier nicht soooo wunderbar finde.
Ich habe noch mit keinem Australier hier eine tiefsinnige und warmherzige Unterhaltung geführt. Mit Europäern kam
ich hier gleich in einen herzlichen Kontakt. Aussies bleiben irgendwie steril und oberflächlich. Zudem finde ich es auch schwer, dass man hier immer der Sonne :mrgreen: ausgesetzt ist und es sooo heiß ist. Der fehlende Regen macht mir Angst. Das Leitungswasser ist miserabel. Die Aussies hocken dann in ihren air conditioned Autos und Häusern und gehen auch nirgendwo zu Fuß hin, man lernt daher auch weniger Menschen kennen und die Isolation steigt. Was bringt einem das schöne Wetter wenn man nur in Kühlschrankautos sitzt oder in eiskalten Shoppingcentern und zudem das Land austrocknet? Mir fehlt in diesem Land die Seele - und die Neugier der Menschen. Ich kann es nicht genau beschreiben, was es ist. Aber wahrscheinlich geht es hier vielen so und deshalb müssen sie sich betrinken oder Dogen wie Meth nehmen.
Ich hoffe, dass dieses Land irgendwann zu innerem Reichtum kommen kann.
Und noch was: ERST in zwei Monaten werden hier Gratisplastiktüten verboten. Soll das ein modernes, fortschrittliches Land sein?
Zuletzt geändert von Pianopiano am 09.04.2018 - 03:06, insgesamt 1-mal geändert.
Pianopiano
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Re: Meine Erfahrungen nach 5 Jahren leben+arbeiten in Australien

Beitrag von Pianopiano » 08.04.2018 - 15:41

..... Zitat von einer Schreiberin hier oben :

"Ich könnte es mir auf jeden Fall nicht vorstellen das tolle Wetter und die unglaubliche Natur in Australien für ein Leben in Europa aufzugeben....."

Zitatende


Ungarn, Griechenland, Schottland..... Und und und.....
Australian hat tolle Natur aber Europa erstrecht. Oftmals kennen wir unsere Heimat zu wenig..... Ich freu mich auf meinen nächsten Urlaub in Italien..... :grins:
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Re: Meine Erfahrungen nach 5 Jahren leben+arbeiten in Australien

Beitrag von oliaust » 17.06.2018 - 01:45

Ich muss sagen, dass ich von all den Beschwerden über das Leben in Australien überrascht bin. Na gut, wir sind ja hier im Kummerkasten des Forums und da muss man ja mit dem einen oder anderen Kummer rechnen. Und natürlich ist es richtig die Sachen so zu sagen wie sie sind.

Zum Beispiel was das Umgehen mit der Umwelt anbelangt, wie mit den von Pianipiano erwähnten Plastiktüten, gibt es hier bestimmt noch Fortschritte zu machen. Dafür sind wir hier in Australien in anderen Bereichen führend. In keinem Land der Welt hat die Regierung sich so mit den Zigarettenfirmen angelegt, um der Bevölkerung das Rauchen, welches das Gesundheitssystem so schwer belastet, abzugewöhnen. Immer wenn ich nach Deutschland fahre, fällt es mir auf, wie viele Leute da noch rauchen.

Und dann wird in diesem Forumsthema immer wieder der hohe Alkoholkonsum in Australien erwähnt. Das basiert nicht auf Fakten. Der durchschnittliche Australier trinkt 12,2 Liter Alkohol pro Jahr. In Deutschland betrifft der Konsum im Durchschnitt 11,8 Liter. Der Unterschied liegt damit bei gerade mal bei 3%.

In diesem Forumsthema wird auch des Öfteren behauptet, dass Australier Oberflächlich sind. Das kann ich überhaupt nicht bestätigen. Es kann sein, dass Politik hier in Australien nicht so ein Thema ist wie in Deutschland. Allerdings haben 13% der deutschen Wähler sich 2017 dafür entschieden für die AfD zu wählen, die nur mit ihrer oberflächlichen Flüchtlingspolitik gepunktet hat.

Ich habe nichts gegen das Leben in Deutschland. Ich habe da mal selbst, allerdings vor sehr langer Zeit, gewohnt. Aber die Beispiele, die bei diesem Forumsthema hervorgehoben wurden, um das Leben in deutschsprachigen Ländern mit dem in Australien vergleichen, sind nicht von Fakten geprägt. In jedem Land gibt es gutes und schlechtes. Genau das macht es Interessant auf Reise zu gehen.
bumbar
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Re: Meine Erfahrungen nach 5 Jahren leben+arbeiten in Australien

Beitrag von bumbar » 02.07.2018 - 04:54

Oliaust, mich würde interessieren auf welcher Basis du den Vergleich Alkoholkonsum pro Kopf D-AUS aufstellt. Bei meinen Recherchen jetzt habe ich z.B. gelesen, dass in D im Jahr 2015 ein Mensch mit 15+ Jahren 11,0l konsumierte. Seit den 60ern sei hier aber ein Abwärtstrend zu beobachten, bisher von 17l auf 11l. (Quelle Alkoholatlas Deutschland 2017).
Nach einer Studie der WHO hingegen, konsumierte der 0815-Aussie im Jahr 2015 19,7l (Mann) und 9,0l( Frau), wenn man den Gesamtdurchschnitt betrachtet 14,5l. Auch hier scheint sich aber ein Abwärtstrend zu verzeichnen. Leider konnte ich keine Aufsplittung für die Deutschen finden. Hier konsumierten die Männer aber auch deutlich mehr. Es wäre interessant zu sehen, ob auch hier die Männer sonst viel höhere Werte aufweisen würden.

Betrachtet man die 19,7l/ Kopf/ Jahr (Mann) ist das einiges, was getrunken wird.

Ich denke, was das Thema Oberflächlichkeit betrifft, hängt das doch sehr von der individuellen Wahrnehmung ab. Ich habe eine Freundin, die seit 4 Jahren in Oz lebt und mittlerweile permanent resident ist. Sie würde auch eher empört reagieren, wenn ich sage, dass ich Australier zu oberflächlich finde. Dass aber keine "schlechte" Stimmung herschen darf, also alles was auch nur wenige Grade unter bombastisch liegt, empfinde ich als nervenzehrend und schon fast diskriminierend. Ich denke, dass das Gewicht in meiner Stimmung zu Oz einnimt, da ich hier nie das Gefühl habe, dass es erwünscht ist, dass ich meine Persönlichkeit zeige. Denn dazu würde eben auch mal nicht so gute Stimmung zählen oder konstruktive Kritik oder oder oder. Als eine vielschichtige Gesellschaft empfind eich das nicht.
Deinen Kommentar zur AfD halte ich für verkürzt, da hier noch viele andere Faktoren wie die Flüchtlingskrise auf politischer, kurltureller und sozialer Ebene in der politischen Willensbildung mit reinsprechen. Damit könnten wir einen komplett neuen Thread füllen, aber ich glaube nicht, dass uns das hier weiterbringt.

Wie gesagt, wenn du, der auf Fakten besteht, diese auch unterlegen könnte, wäre das ein großer Schritt in die richtige Richtung.
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Re: Meine Erfahrungen nach 5 Jahren leben+arbeiten in Australien

Beitrag von oliaust » 03.07.2018 - 12:48

Hallo Bumbar,

Die Fakten über den Alkoholkonsum stammen direkt von der WHO. Wo du die Zahl von 19,7 Liter pro Person her hasst ist mir ein Rätsel, aber nicht von der WHO. Der Link ist unten.

Natürlich ist die Sache mit der AfD kompliziert. Und wenn man probieren würde eine solche Diskussion in zwei oder drei Zeilen zu argumentieren, dann wäre man selbst Oberflächlich. Was ich damit under Beweis stellen wollte, was dass es Oberflächlichkeit überall gibt. In Deutschland, so wie in Australien (hier wählt so mancher Spinner für Pauline Hanson). Das es aber mehr Oberflächlichkeit in Australien als in Deutschland gibt, ist nicht mit Fakten belegt.

http://www.who.int/substance_abuse/publ ... iles/en/#G
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