Wo starten?

Fragen zur Routenplanung quer durch das Land für das Reisen & Arbeiten / Working Holidays sowie bei Langzeitaufenthalten.

Moderator: Nici

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Boozhil
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Wo starten?

Beitrag von Boozhil » 04.10.2016 - 18:51

Hallo,

ich bin gerade am planen meines Work & Travel Aufenthalts in Australien. Ich würde Australien sehr gerne mit einem Camper bzw. einem Auto bereisen in dem man schlafen kann. Ich liebe das einfache Leben und brauche absolut keinen Luxus. Ich stehe noch ganz am Anfang meiner Planung und weiß deshalb noch gar nicht genau wo ich die Reise anfangen soll. Ich bin (leider) auch ziemlich schnell auf einen Job angewiesen, um mir so das Weiterreisen zu ermöglichen. Das wird sich so wohl auch die ganze Reise durchziehen. Da ich nun auch schon oft gelesen habe, dass es nicht so einfach ist sofort einen Job zu finden, überlege ich auch ob ich für den Anfang nicht auch mal das Wwoofing in Betracht ziehen soll (um mir dann in der Zeit einen Job zu suchen). Ist das zu empfehlen?

Generell habe ich geplant irgendwann im Dezember runter zu fliegen, gerne noch mit einem Stoppover. Zunächst einmal auch nur der Hinflug, weil ich auch absolut nicht einschätzen kann wie lange ich bleiben werde. Welches Reiseziel sollte ich denn für diese Zeit am Besten ansteuern im Bezug aufs Jobfinden?

Vielen Dank.
David (25)
ExilBayer
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Re: Wo starten?

Beitrag von ExilBayer » 04.10.2016 - 19:59

Boozhil hat geschrieben:Ich würde Australien sehr gerne mit einem Camper bzw. einem Auto bereisen in dem man schlafen kann. Ich liebe das einfache Leben und brauche absolut keinen Luxus.
Finanziell ist so ein Camper alleine ziemlicher Luxus.
Mit Hostels und Flugzeug/Bus ist die Zeit in Australien normalerweise viel billiger.
Boozhil hat geschrieben:Ich stehe noch ganz am Anfang meiner Planung und weiß deshalb noch gar nicht genau wo ich die Reise anfangen soll. Ich bin (leider) auch ziemlich schnell auf einen Job angewiesen, um mir so das Weiterreisen zu ermöglichen.
Wieviel planst du denn am Anfang deiner Reise für den Camper auszugeben?
Da kommt wohl der Zeitdruck bei deiner Jobsuche her.
Boozhil hat geschrieben:Da ich nun auch schon oft gelesen habe, dass es nicht so einfach ist sofort einen Job zu finden, überlege ich auch ob ich für den Anfang nicht auch mal das Wwoofing in Betracht ziehen soll (um mir dann in der Zeit einen Job zu suchen). Ist das zu empfehlen?
Wwoofing ist Arbeit bei der man nur mit Kost und Logis bezahlt wird.
Das ist sinnvoll wenn du das machen willst weil du das Projekt gut findest.
Kostenlos arbeiten zu müssen weil man alles Geld für einen Camper ausgegeben hat ist aber weniger sinnvoll.
Carpool Guy
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Re: Wo starten?

Beitrag von Carpool Guy » 04.10.2016 - 23:37

Da hat exilbayer voellig recht. Erfahrungsgemaess ist ein auto ist fuer alleinreisende extrem teuer, und du sparst auch nichts indem du im auto schlaefst. Benzin und parkplaetze (in der stadt!) sind keineswegs umsonst, du kannst nichts vernuenftiges kochen (du willst bestimmt nicht monatelang nur nudelsuppe essen...). In staedten wie Melbourne oder Sydney zahlt man auch leicht mal genausoviel oder mehr, nur um dein auto in stadtnaehe tagsueber zu parken. Und tagsueber freie parkplaetze in einer millionenstadt in zentraler lage zu finden ist eher unwahrscheinlich.
Deine ersten jobs werden sowieso schlecht bezahlt werden, bis du weisst wie der hase laeuft und wo du besseren lohn bekommst.
Sowas macht wirktlich erst finanziell sinn wenn du mit jemandem zusammen reist und ihr euch die kosten teilt.
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Romana
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Re: Wo starten?

Beitrag von Romana » 06.10.2016 - 21:51

Hallo David, ganz so schwarz würde ich das nicht sehen. Wenn man ein wenig sucht, bekommt man z. B. schon ab 500 Dollar einen Holden Stationwagon, in den man eine Matratze aus zweiter Hand für 20 Dollar hereinlegen kann. Am besten eine zusammenrollbare, damit du bei Bedarf den Rücksitz für Mitreisende nutzen kannst. Ein richtiger, ordentlicher, voll ausgestatteter Campervan ist ab etwa 3.000 Dollar zu haben. Und da du das einfache Leben liebst, ist es sowieso besser und vor allem nachts sicherer, fernab von den Zentren der Großstädte zu parken. In Postämtern und Zeitschriftenläden gibt es für etwa 30 Dollar detaillierte Verzeichnisse von kostenlosen bis sehr billigen (ca. $2/Nacht) Übernachtungsplätzen in ganz Australien zu kaufen. Mit eigenem Auto kommst du so wesentlich billiger durchs Land, als mit Hostels und öffentlichen Verkehrsmitteln. Bei längeren Fahrten würde ich dir empfehlen, dir mitzahlende Mitfahrende zu suchen, um die Benzinkosten zu teilen. Du kannst die Mitfahrgelegenheiten auf Gumtree.com.au oder auf den vielen Facebook-Seiten für Backpacker inserieren. Da sucht immer jemand Anschluss und wenn du im Auto ein $50-Zelt mitführst, kannst du solche Mitfahrende auch leicht von deiner Matratze fernhalten.

Was bezahlte Jobs betrifft, da hast du recht, die sind oft schwer zu finden, vor allem, wenn du keine jobspezifische Ausbildung und Erfahrung hast und trotzdem den "gesetzlichen Mindestlohn" verdienen willst. Um die Jobs, die es in diesem Bereich gibt, konkurrierst du nicht nur mit riesigen Zahlen von Backpackern, sondern auch mit ortsansässigen Australiern, die fast überall bevorzugt werden.

Welcher Ort ist im Dezember am besten für die Jobsuche? Da ist in ganz Australien Hochsommer und ab Mitte Dezember bis Ende Januar sind die großen Schulferien. Wenn du also gleich mit Geldverdienen anfangen willst, würde ich mich an deiner Stelle in Urlaubsgebieten bei Hotelresorts, Caravan Parks, Vergnügungsparks oder in der Gastronomie bewerben, zum Beispiel an der Gold Coast südlich von Brisbane, wo massenweise australische Familien hinstürmen. In der Landwirtschaft ist zu der Jahreszeit so gut wie nirgends viel los, zumal man landesweit mit Hitzewellen von über 40 Grad rechnen muss. Eine intelligente Idee wäre auch, Mitglied bei einem Haussitterverband zu werden und dir während der Ferienzeit als Haus- und Tiersitter kostenlose Unterkunft höchster Qualität zu gönnen. Im Februar/März könntest du dann zum Beispiel hier in Südaustralien Weintrauben ernten, im April bis Juli Oliven auf meiner Farm ;) und anschließend Orangen im Riverland. Du solltest dir einen sogenannten "Harvest Calendar" besorgen, aus dem du ersehen kannst, wo gerade welche Früchte geerntet werden. Als "Fruitpicker" sind ausländische Rucksacktouristen nämlich durchaus bei vielen Farmern beliebt, zumal während der Erntesaison vor Ort oft ein Mangel an erfahrenen einheimischen Landarbeitern besteht.

Was Woofing betrifft, das kann ich dir mit voller Überzeugung empfehlen. Da arbeitest du ja nur halbtags auf der Farm mit und hast demnach genug Zeit, die Gegend zu erkunden und nach bezahlten Jobs zu suchen. Du wirst in die Familie aufgenommen und bekommst in der Regel hervorragendes, überreichliches, gesundes Essen. Oft sind auch Bier und Wein, Wochenendausflüge oder die kostenlose Nutzung des Zweitautos eingeschlossen (wie zum Beispiel bei mir) und manche Woofing-Unterkünfte haben durchaus Hotelzimmerqualität (manchmal mit eigenem Bad, TV usw., aber nicht bei mir, da schläfst du in einem Wohnwagen). Du hast also als Wwoofer ein schönes, gemütliches Leben und so gut wie gar keine Kosten. Zudem erlernst du neue Tätigkeiten, mit denen du daraufhin eventuell Geld verdienen kannst - denn dann hast du ja Erfahrung und Referenzen vorzuweisen, was dir einen Vorsprung vor der Konkurrenz verschafft. Du kannst auch viele verschiedene Tätigkeiten ausprobieren und sehen, welche Art von Arbeit dir liegt, bevor du - wie es leider allzu viele Backpacker tun - quer durch den ganzen Kontinent reist, nur weil woanders eine bezahlte Arbeit angeboten wird, die du vorher noch nie gemacht hast und bei der du nach ein paar Stunden das Handtuch wirfst! Aus diesen und vielen anderen Gründen empfehle ich dir und allen anderen Backpackern, gleich zu Anfang des Australienaufenthalts einige Wochen oder Monate Wwoofing oder ähnliche Freiwilligenarbeiten einzuplanen. Das ist einfach smart und garantiert einen angenehmen Start.

Was also die Planung betrifft: Visum besorgen, Flug buchen, Rucksack packen und vorab den ersten Wwoofing-Platz in Australien reservieren - alles andere erledigst du dann vor Ort mit Hilfe deines Gastgebers.
Ich habe 17 Jahre in Australien gelebt und gebe euch gern Ratschläge, wie ihr eure Zeit dort gut überleben könnt. :grins:
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Re: Wo starten?

Beitrag von Carpool Guy » 09.10.2016 - 23:42

Romana hat geschrieben:Hallo David, ganz so schwarz würde ich das nicht sehen. Wenn man ein wenig sucht, bekommt man z. B. schon ab 500 Dollar einen Holden Stationwagon
Der grund, warum leute einen wagen fuer $500 verkaufen ist, dass die reperaturen die fuer den WOF noetig werden die $500 kaufpreis schnell uebersteigen.
"Ja aber MEIN holden hat NIE probleme gemacht, und der faerht immer doch noch!!1!" - ja, mein alter nissan den ich fuer $1000 verkauft hatte hat auch nie probleme gemacht und ist immer noch gefahren, trotzdem hatte ich teure reperaturen damit: neue stossdaemper und reifen damit die reifen auch auf holprigen strassen nicht die haftung verlieren, neue lager damit die raeder leicht drehen, neue batterie damit die kiste auch noch anspringt, und rost musste ich auch reparieren lassen damit mir keine tragenden teile wegbrechen.
Er ware auch ohne diese reperarturen noch gefahren, nur haette ich keine zulassung mehr bekommen, und irgendwann waere mir wahrscheinlich bei 100 sachen bremshydraulik oder powersteering floeten gegangen weil die schlaeuche sproede geworden sind und irgendwann gerissen oder geplatzt waeren... braucht man aber eigentlich auch nicht, man kommt schneller an wenn man nicht laufend bremst.

Ein modernes auto besteht leicht aus 30.000 einzelteilen, es ist ziehmlich bischen naiv zu erwarten dass davon nach 250.000 km in hitze, regen, dreck und staub und holprigen strassen nicht das eine andere teil soweit abgenutzt ist dass es ersetzt werden muesste bevor es seine funktion nichtmehr erfuellen kann.

Du wirst mit deinem $500 auto wahrscheinlich auch nur von deiner farm aus bis in die naechste stadt zum einkaufen fahren, und kennst ein paar leute in der naehe die dich (kostenlos?) abschleppen wuerden wenn die laube unterwegs mal zusammenbricht. Ein backpacker, der damit locker 5000-10000 km durch ganz australien (und vielleicht die mittleren und westlichen staaten mit ein paar hundert kilometern wueste zwischen den ortschaften!) zuruecklegen will, hat diesen luxus allerdings nicht.
Romana hat geschrieben:richtiger, ordentlicher, voll ausgestatteter Campervan ist ab etwa 3.000 Dollar zu haben. Und da du das einfache Leben liebst, ist es sowieso besser und vor allem nachts sicherer, fernab von den Zentren der Großstädte zu parken.
Es ist sicherer irgendwo in der pampa zu uebernachten, wo man erstmal 1h stunde braucht um zur naechsten telefonzelle oder polizeistation zu finden falls was passiert...? :shock:
Romana hat geschrieben:Mit eigenem Auto kommst du so wesentlich billiger durchs Land, als mit Hostels und öffentlichen Verkehrsmitteln.
Du bekommst aber fuer $500 kein auto! Zulassung, ummeldung und versicherung kosten wohl mindestens nochmal soviel fuer ein jahr, reperaturen wahrscheinlich das 2-4fache im laufe des jahres. Sorry, aber deine vorstellungen was ein auto kostet ist fernab jeder realitaet, oder einfach nur schoengerechnet. Die kosten fuer einen parkplatz in Sydney, Melbourne oder Brisbane sind deutlich hoeher als die kosten fuer ein zimmer im hostel (~$30, je nach lage und groesse), wenn man vorhat das auto ein paar stunden abzustellen. Und das sind schon die guenstigen tarife der stadt, bei Wilson Parking kosten 3+ stunden parkzeit derzeit zwischen $49 und $88 je nach lage.
Fuer das gleiche geld wie fuer 3h+auto abstellen kannst du 2 tage im hostel wohnen und dort auch duschen, toiletten und kueche nutzen. In den meisten stadten ist es sowieso verboten, im auto auf parkplaetzen zu uebernachten. Wer zur unguenstigsten hauptverkehrszeit in die stadt kommt, hat entweder die wahl im stau zu stecken (und sinnlos benzin verbrennen) , oder die etwas schnelleren toll roads zu nutzen. Der finanzielle "in nationalparks kann ich kostenlos im auto uebernachten" bonus ist damit schnell aufgebraucht, wenn man sich vornimmt mal 3 tage lang eine stadt anzusehen.
Faehr dein auto mit benzin? Ein $500 stationwagon verbraucht mit gepaeck, klimaanlage und einem 20 jahre alten motor und automatikschaltung sicher mehr als 10l/100km (und zusaetzlich noch jede menge motoroel, was bei alten motoren mit hoher laufleistung mitverbrannt wird), und wenn das auto auf billigeres LPG umgeruestet ist kostet es keine $500 mehr.

Mit einem buspass bist du als alleinreisender deutlich billiger, weil du anders als mit dem auto nur fuer die zurueckgelegte strecke bezahlen musst - und eben nicht auch noch fuer zusatzkosten wie anschaffung, reperatur, versicherung (und ggf. parken) die du immer mitbezahlst - egal ob du das auto dabei nutzt oder nicht.
Backpacker lifts in Australien :: Roadtrip Rechner - berechne kosten fuer mietwagen, benzin und unterkunft.
royalplanet
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Re: Wo starten?

Beitrag von royalplanet » 14.11.2016 - 14:38

sehe ich auch so wie carpool guy.
Wir haben damals nen wagen für 1000dollar gekauft, vor 12 Jahren. Der war nach kurzer Zeit Schrott...heute würde ich das anders machen!
Du brauchst mehrere tausend Dollar für einen Wagen, und du musst IMMER einiges in Reserve haben falls dir was kaputt geht. Rechne auch damit dass die Karre locker 400 000km auf der Haube hat. Ja, da hast du richtig gelesen ;)

Ich würde an deiner Stelle 1. noch mehr sparen, ich bin damals mit mehreren Tausend Mark aufm Sparkonto runter..sodass ich locker 3Monate ohne Job ausgekommen wäre.
Wenn du dort nichts findest bezahlt keiner für dich was so wie es hier bei uns ist *Ironiemodus*

Ich würde vorab im Internet mal "Australia Backpacker Jobs Outback" googeln. Da findest du einige Plattformen und im Outback kriegst du immer nen Job.
in der STadt oder bei der Ernte halt eher schwieriger.
Du kannst doch ien paar Wochen vor deiner Abreise einige Offers mal anschreiben, dann siehst du was passiert. udn du wüsstest auch direkt zu welchem Flughafen du fliegen musst ;)
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