Schwierigkeit Great Walks im Vergleich

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diva987
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Schwierigkeit Great Walks im Vergleich

Beitrag von diva987 » 21.02.2008 - 22:39

hallo,

ich hab das tongariro crossing gemacht - und wuerde mal gerne wissen, wie schwer kepler,routeburn und natuerlich milford im vergleich sind?

ich kann mir vorstellen, dass mehrtaegige tracks prinzipiell nochmal andere anforderungen stellen (schon allein wegen dem gepaeck dass man mitschleppt) - aber fuer vergleiche/einschaetzungen von leuten, die mehrere tracks gelaufen sind, waer ich dankbar :grins:

LG
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ilmarinen
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Beitrag von ilmarinen » 22.02.2008 - 13:05

Also die Tracks haben unterschiedliche Schwierigkeitskategorien. Die werden vom DOC festgelegt. Kriterien sind länge, Schwierigkeit, Wetterbedingungen, Distanzen zwischen den Hütten/Campingplätzen etc.

Ich habe seinerzeit den eintägigen TC gemacht, der war damals (Frühling) aufgrund der Witterungsbedingungen (Schnee, Regen, Nebel) schon recht hart.
Aber dennoch einfacher als der Abel Tasman, den ich danach gemacht habe. Von den Great Walks hat der die niedrigste Stufe (Stufe 3), ich hätte aufgrund des Wetters (3 Tage regen) aber damals zumindest eine Stufe dazu gerechnet, da es verdammt schwer war, die völlig aufgeweichte Strecke zu laufen.
Du solltest nicht alleine gehen. Warum? Du kannst das Gepäck besser verteilen. Sicher brauchst du für 2 Leute mehr essen, aber eben auch nur ein Zelt (außer du schläfst in den Hütten), einmal Kochequipment etc. Außerdem kann man sich gegenseitig motivieren.
Ne gewisse Kondition solltest du auch mitbringen. Wir haben damals etwa 55km in Dreitagen gemacht, andere Tracks (z.B. Keppler oder 3 tägiger TC) sind noch länger, du hast also noch mehr Gewicht zu schleppen. (Du solltest um die 20 KG pro Person am Anfang rechnen) Außerdem ist ne gewisse Härte gegen Wetter und Natur erforderlich.

Milford musst du Monate im Voraus buchen, die anderen Tracks meist Tage. Dann musst du die Strecke in der vorgegebenen Zeit schaffen und auch die Etappenziele bewältigen. Solltest du einen Trip nicht antreten ist es wichtig den abzusagen, da sonst die Suchmannschaften in Alarmbereitschaft versetzt werden. Außerdem können dann insbesondere am Milford andere Leute nachrücken.
Lohnt es sich aber sich zu schinden? 100%. Die Tracks sind hochgradig genial, die Sandflies brutal, die Aussichten wunderschön und die persönliche Befriedigung extrem.
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Beitrag von diva987 » 23.02.2008 - 04:36

das eintaegige tongariro crossing unter schwierigen bedingungen leichter als der abel tasman :shock: ? von dem hab ich gehoert, dass er einfach sein soll, weil er verhaeltnismaessig flach ist.

den milford werd ich wohl alleine laufen, hab mehr aus spass die availability gescheckt, und fuer den 5. april war (gestern morgen) noch 1platz frei, also hab ich ohne gross zu ueberlegen zugegriffen (canceln kann man ja im zweifelsfall immer noch). und wenn ich jetzt hoere, dass der abel tasman schon schwerer sein soll als das crossing (was bei mir doch ziemlich an die grenzen ging), dann vielleicht besser doch nicht :cry:
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Beitrag von ilmarinen » 23.02.2008 - 13:34

Hi,

lauf den Tasman Track erstmal, bis April ist ja noch ein bißchen Zeit. 1 -2 Great Walks im Monat sind auf jeden Fall drin.

Warum war der Tasman Track härter?
Bei mir hat es ersten von 3 Tagen 2 durchgeregnet und zwar Bindfäden. Am 3. hats auch noch geregnet, aber okay, weniger. Regen steckt der Track nicht leicht weg, weil es wie bei den anderen Tracks keine befestigten Wege sind. Also war es übelst glitschig, was bei den diversen Aufstiegen (der Track ist nicht nur flach!, aber er geht natürlich nur ein paar hundert Meter hoch) zu erheblichen Anstrengungen geführt hat und wenn ein Sandweg naß ist braucht man immer mehr Energie, da der Sand dann schwer wird.
Nächstes Problem: Bei keinem Track musst du dich so sehr auf die Natur einstellen wie dem Tasman Track. Wenn die Flut da ist gehts nicht weiter. Also kannst du auch nicht vorher Pause machen, du musst weiter. Und das nicht nur einmal, sondern an drei Tagen hintereinander. Jedesmal um die 20 km, das ist Militärmäßig.
Nächste Stufe: Sandflies. Mieses Pack. Nicht loszuwerden ausser du machst ein Feuer. Ist das Feuer aus sind die Fliegen wieder da.

Welche Schwierigkeiten hat der TC?
Aufstieg, hohe Steine, Wetterkapriolen, Wind und beim Abstieg links und rechts der Vulkan. Aber! Hast du den "Gipfel" erreicht gehts fast nur noch abwärts. Beim Tasman eben nicht. Der geht für drei Tage auf und ab. Zudem wirst du beim TC weniger Gewicht geschleppt haben, was sich auch auswirkt.
Mein Vorschlag wäre den Tasman Track vorher machen, den kann man relativ einfach abbrechen oder kürzer zusammen stellen. Aber unter Real Bedingungen. D.h. Campinggear und Nahrung für drei Tage. Je nachdem wie du dort zurechtkommst würde ich dann die nächsten Walks planen
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Beitrag von laus » 24.02.2008 - 18:39

Hallo!
Es scheint also in hohem Maße von den Witterungsbedingungen abzuhängen!!?

Ich bin den Abeld Tasman auch gelaufen, auch mit der 2 Tages -Erweiterung, und ich würde Ihn sogar eher untrainierten Leuten ans Herz legen! Aber: Wir Hatten beste Bedingungen!!

Tongariro Crossing konnten wir aufgrund von Schnee und so garnicht antreten, auch nach 3 Tagen warten nicht!!
Hab aber gehört das er sehr anstrehgend sein soll!

Kepler wiederum fand ich völlig in Ordnung, aber auch da hatten wir viel Glück mit dem Wetter! Ich fand da eigentlich nur den ersten Tag hart, weil man mal eben auf ca. 800 m ansteigt, und das ziemlich steil wie ich fand!!


Schwierigkeitsgraden, ob vom DOC oder aus anderen Quellen (Reiseführer), würde ich grundsätzlich nicht so trauen! Da haben wir im Puketi-Forest auf der Nordinsel sehr schlechte Erfahrung gemacht!
Oder man sollte eher davon ausgehen, dass man schwierige Wanderungen nicht schaffen kann und sich leichte bis mittelschwere aussuchen! Dazu sollte man immer aktuelle Infos aus den DOC-Büros holen und sich auch dort abmelden! :!:

Aber wandern sollte man auf jeden Fall, und zwar soviel wie geht!!!

Liebe Grüsse
Laura

Milford bin ich nicht gewandert, soll aber auch sehr anstrengend sein, wenn man überhaupt wandern "darf"!
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Beitrag von Mari » 24.02.2008 - 21:27

ilmarinen hat geschrieben:Hast du den "Gipfel" erreicht gehts fast nur noch abwärts.
Ich fand, ab dem Gipfel wurde es erst richtig hart! Drei Stunden nur bergab war hammermässig für Oberschenkel und Kniee. Zumal es kein gewundener Weg ist, sondern große Teile davon über unverhältnismäßig hohe Stufen bergab ging.

Abel Tasman fand ich absolut easy - hatte aber auch top Bedingungen.


Schön fand ich auch den Queen Charlotte Track. Würde ich als easy bis leichtes medium einschätzen.

Im Grunde genommen hängt einiges vom Wetter, aber auch viel von der eigenen Fitness, Belastbarkeit, Motivation und Erfahrung ab.

Wer bisher nur Tagestouren gewandert ist, wird das Mehrgepäck auf Mehrtagestouren erstmal verfluchen und muss sich erst an diese Art des Wanderns gewöhnen. Wer eigentlich nen unsportlicher Typ ist, vielleicht noch nie gewandert ist, wird wahrscheinlich heulend das Tongariro Crossing machen.

ABER - ein wenig Anstrengung lohnt sich auf alle Fälle. Neuseeland ist Hiker's (oder Trampers - auf "neuseeländisch") Paradise!
2008 bis 2009: China
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Beitrag von ilmarinen » 25.02.2008 - 16:14

@ Diva

Du siehst wir sind uns alle einig :wink:

Mit dem Wetter ist halt echt so ne Sache.
Also drei Tage Regen und man ist schon nach dem ersten wirklich völlig durchweicht zieht die Motivation halt kräftig runter. Zumindest bei mir. man kann die schöne Natur nur eingeschränkt geniessen und ist eigentlich nur froh, wenns wieder vorbei ist.
Im Nachhinein war es aber die Erfahrung auf jeden Fall wert.

Naja TC, ich weiß die Steinchen... und dann event. noch der Schnee. Und dann kommt das Stück Regenwald. Okay, es zieht sich am Ende doch en bisserl arg. Und ich renn das auch nicht in 1,5 h Stunden, aber ihr seht: Schwierigkeiten kann man doch sehr subjektiv wahrnehmen :wink:
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Beitrag von laus » 27.02.2008 - 10:41

Mari hat geschrieben:
ilmarinen hat geschrieben:Hast du den "Gipfel" erreicht gehts fast nur noch abwärts.
Schön fand ich auch den Queen Charlotte Track. Würde ich als easy bis leichtes medium einschätzen.

Im Grunde genommen hängt einiges vom Wetter, aber auch viel von der eigenen Fitness, Belastbarkeit, Motivation und Erfahrung ab.

ABER - ein wenig Anstrengung lohnt sich auf alle Fälle. Neuseeland ist Hiker's (oder Trampers - auf "neuseeländisch") Paradise!
Ich stimme Dir absolut zu und möchte jedem wandernden Naturliebhaber Neuseeland besonders ans Herz legen!

AUSSER: Queen Charlotte Track!
Wir liessen uns damals einschiffen und wanderten die ersten 3 Tage! Unser Gepäck wurde von der Schifferei immer zum nächsten Camp gebracht! Wir hatten also nur einen Daypack, aber ich fand es wirklich total anstrengend! Wir hatten lange Etappen, mit sehr vielen Auf und Abs und es war teilweise mieses Wetter!!
Natürlich war es trotzdem wunderschön!
Aber wir haben es dann abgebrochen und uns vorzeitig nach Picton zurück bringen lassen!

Auch ich bestätige also, dass wir die Tracks durchaus anders erlebt und empfunden haben! :lol:

Aber in NZ gibt es auf jeden Fall genug Möglichkeiten für jeden Wandertyp!

Schönen Tag noch..
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Beitrag von diva987 » 13.04.2008 - 11:24

hallo zusammen,

also inzwischen habe ich den milford gemacht, und bin so froh. es war das erste mal, dass mir wandern richtig spass gemacht hat. sogar so viel, dass ich den kepler 2 tage spaeter gleich auch noch gemacht habe (heute nachmittag wiedergekommen). ich hatte bei beiden absolut top wetter, nur auf dem pass vom milford, war es neblig, so dass wir keine aussicht hatten, jedenfalls nicht besonders weit :-) dafuer war die beim kepler aber umso besser.

also MEINE einschaetzung (beachtet dabei das ich schoenes wetter hatte): milford ist einfach und fuer jeden mit durchschnittlicher kondition zu schaffen. aber der abstieg geht extrem auf die knie und knoechel, man laeuft teilweise uber fussballgrosse steine. der bergaufteil ist hingegen nicht soo schwer und angenehm geteilt, 400m am 2. und 500m am 3.tag.

im gegensatz dazu der kepler,wo man gleich mal am 1. tag 900m hoch muss, am 2. tag dann noch mal 300m. dafuer ist das bergab angenehmer (immer noch hart fuer die knie, aber nicht so wie der milford). ein teil geht uber treppen, manche sogar mit handlauf. danach geht es im zickzack auf ebenem, gut befestigtem weg runter. am ende davon sehnt man sich aber immer noch die huette herbei.

und was ich beim milford sehr hilfreich fand, sind die meilenmarkierungen. also nach jeder meile steht ein pfosten. das hilft, sein tempo einzuschaetzen und foerdert auch die motivation , wenn man schon nach jeder meile konkret sieht, was man geschafft hat. beim kepler hingegen gibt's nur laecherliche zeitangaben. da fuehlt man sich manchmal verar**ht, man sieht ein schild 1st30min bis rainbow reach, dann laeuft man 20 min weiter, und wieder steht da 1st30min bis rainbow reach. und zeitangaben sind ja auch persoenlich immer sehr unterschiedlich.
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Beitrag von Die_Sarah » 14.09.2010 - 10:21

Hallo liebe erfahrene Neuseeland - Wanderer,

mein Mann und ich wollen im Januar und Februar nach Neuseeland (nur Südinsel) reisen und dort gerne auch viel wandern. Wir sind gerade dabei, uns über verschiedene Tracks zu informieren. Besonders das Fjordland reizt uns sehr.

Ich liebäugle schon mit dem Kepler Track, habe aber Bedenken, dass ich dort mit meiner Höhenangst Probleme haben könnte, wegen der Passagen auf den Bergkämmen. Wie steil geht es dort hinunter und wie tief? Wenn es flacher ausläuft, traue ich es mir zu, wenn es steil und tief ist, werde ich wohl keinen Fuß auf einen solchen Kamm setzen.

Wie sieht es denn aus mit Wanderungen in Neuseeland für Leute mit Höhenangst? Konditionstechnisch halten wir einiges aus. Ich bin auch schon den Overland Track in Tasmanien gelaufen und der war technisch absolut ok und landschftlich grandios! So etwas in der Art in Neuseeland noch einmal zu machen wäre ein Traum! Was würdet ihr uns empfehlen?

Vielen Dank schonmal!
Sarah
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Beitrag von travelbibi » 14.09.2010 - 17:58

Hallo Sarah,

ich denke der Kepler Track is dann nichts fuer dich. Man laeuft auf einem winzigen Weg am Hang entlang, und da kann es schon sehr tief runter gehen. Als ich da war, war es extrem nebelig, ich musste vorsichtig sein, wo ich hintrete.
Informiere dich mal ueber den Abal Tasman im Norden, der ist an der Kueste/Strand. Der Queen Charlotte ist auch sehr hoch und kann bei Hoehenangst schwierig werden.

Hier die Great Walks:
http://www.doc.govt.nz/parks-and-recrea ... eat-walks/
Rakiura Track auf Stewart Island is auch sehr emfehlenswert.
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Beitrag von Die_Sarah » 15.09.2010 - 09:23

Hallo travelbibi,

vielen Dank erstmal!
Ja, ich hatte auch schon befürchtet, dass der Kepler Track wohl ausscheiden muss. Was ich mir höchstens vorstellen kann, ist, bis zum Beginn des Grates zu gehen, um von dort die Aussicht zu genießen, und dann wieder zurückzugehen. Da muss ich mich nur noch informieren, ob man das überhaupt buchen kann - wir bräuchten ja nur die erste Hütte und würden dann umkehren.

Den Abel Tasman Track hatten wir ohnehin schon im Programm, der scheint ja ganz unproblematisch zu sein :grins:
Auch der Rakiura Track ist sicher schön.

Und dennoch zieht es uns beide auch ins Hochgebirge. Ich habe jetzt schon den Tongario Northern Crossing ind Auge gefasst. Die Bilder sind zwar erstmal dramatisch, aber was ich bei diesen Videos an Wegen sehe ist alles durchaus machbar; was heißt machbar, eigentlich super!:

http://www.youtube.com/watch?v=bWUX7Ltg ... re=related
http://www.youtube.com/watch?v=WdaFm55Q ... re=related

Üœbrigens tolle Videos! Leider ist da weiter oben nur noch das Panorama gefilmt und nicht mehr der Track-Verlauf. Vielleicht sollte ich es aber einfach wagen.

Das Problem bei der Einstufung von Tracks in die Kategorien "leicht", "mittel" und "schwer" ist ja, dass dort bewertet wird, wieviel Kondition man braucht und wie die Wege ausgebaut sind, aber nicht, wie tief die Abgründe sind, an denen man direkt vorbeigehen muss. Ein Wanderführer für Leute mit Höhenangst fehlt noch auf dem Markt :sad:

Wir werden jetzt vermutlich noch diesen Wanderführer bestellen, der scheint ganz gut zu sein:

http://www.amazon.de/Neuseeland-Die-sch ... 207&sr=8-1


Ich bin für weitere Anregung, gerade auch zum Tongario, dankbar!
Sarah
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Beitrag von travelbibi » 21.09.2010 - 15:06

Hallo Sarah,

Kepler Track hat drei Hütten. Die erste (Luxmore Hut) liegt so ziemlich oben auf dem Berg etwa bei 1400 m Hoehe in die Richtung in die die meisten gehen, du kannst aber auch von der anderen Seite anfangen. Die erste Huette (Moturau Hut) liegt je nachdem von wo du losläufst nur wenige Stunden entfernt und vielleicht kannst du dann noch bis zur zweiten.

Es gibt den Tongariro Northern Circuit (3-4 Tage) oder den Tongario Crossing (1 Tag). Ich habe den Tongariro Crossing gemacht. Der führt natürlich auch in die Höhe, es gibt eine Stelle wo lockeres Gestein ist, wo man vorsichtig runterrutschen muss. Der Kepler Track ist auf jeden Fall mehr am Abhang als der Crossing.
Der Tongariro Crossing wird als mittel bis schwer eingestuft. Er war mal schwerer, da man frueher klettern muss, heute hat man einen leichteren Umweg gebaut. So schwer ist er also nicht, das letzte Stück sind meist Treppen.
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Beitrag von eywa » 21.09.2010 - 23:09

Ich würde euch den Heaphy Track empfehlen! Vom Norden der Südinsel geht der Track quer durch den Kahurangi NP bis rüber zur Westküste. Sehr abwechslungsreich und einfach nur wunderschön. Es geht durch Regenwald, über Hochebenen, durch Palmenwälder und zum Schluß vorbei an wunderschönen Stränden. Ein sehr großer Pluspunkt ist außerdem, dass dieser Track nicht ganz so populär ist und deshalb nicht so überlaufen wie manch andere.
Am ersten Tag geht es auf 900m hoch, von da geht es im allgemeinen stetig nach unten, bis auf einige kleineren Höhen, die es zu überwinden gilt. Das Gute für euch ist, dass es zwar recht hoch ist, man aber eigentlich nie an steilen Abhängen oder auf Bergkämmen vorbei muss. Das einzige Problem sind die vielen Hängebrücken um die man nicht herumkommt. Die sind zwar nicht besonders hoch, aber wackeln schonmal gerne und man hat halt auch nur so eine Art Gitter unter den Füßen. Ich weiß nicht, wie sich so etwas mit Höhenangst verträgt, mir macht sowas unheimlichen Spaß. ;)

Das Tongariro Crossing fand ich persönlich extrem anstrengend, wobei ich zu der Zeit auch recht unfit war. ;) Ich glaube für Leute mit Höhenangst ist der Track vielleicht schon eine Herausforderung. Es geht oft am Hang entlang und bei der Stelle bei der man auf Geröll einige lange Meter den Berg herunterrutscht war sogar mir etwas mulmig zumute...
Es ist eine gefährliche Sache aus deiner Tür hinauszugehen, du betrittst die Straße, und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen.
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Beitrag von Die_Sarah » 28.09.2010 - 16:11

Danke für eure Antworten!

Was du, eywa, über den Heaphy Track schreibst klingt echt verlockend (bei Hängebrücken kann ich mich meistens zusammenreißen), aber da hat uns die Länge abgeschreckt. Weil wir schon vier Tage lang den Abel Tasman Track gehen, wären uns 4-6 Tage Heaphy Track zuviel, zumal man ja alles vorher buchen muss und wir uns dann langsam den ganzen Urlaub "zubuchen würden". Aber wir werden dann wohl ein paar Tage im Karuhangi-Park sein - wenn's da Hochebenen gibt, sowieso! :grins:

Ansonsten haben wir jetzt beim Kepler Track nur die Luxmore Hut gebucht und gehen einen Tag rauf bis zum Bergkamm und am nächsten wieder runter.
Das Tongariro Crossing reizt uns so sehr, dass wir die Tagestour auf jeden Fall versuchen wollen. Wenn ich merke, dass ich nicht weiter kann, drehen wir halt um. Aber von den Bildern her könnt's gehen, und Geröllfeldwandern kenn ich noch aus Norwegen... Mal gucken. Am schlimmsten ist der Abstieg bei den Emerald Lakes, oder?

Beste Grüße!
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Beitrag von Zissi » 28.09.2010 - 16:32

Hi Sarah,

kauf dir doch mal die 360° Neuseeland Zeitschrift. Da ist in jeder Ausgabe mindestens ein Vorschlag für eine tolle Wanderung. Da macht alleine das Lesen total Bock und man möchte am liebsten sofort runterfliegen und loswandern!

LG
"... Es ist so beeindruckend, als würde man die schönsten Orte Englands, Schottlands und Irlands auf einer kleinen Insel zusammentragen..."
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