12 dollar/Std ok ?

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Moderator: Yassakka

Martin
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Martin » 19.09.2015 - 09:54

Also ich kann die drei Deutschen gut verstehen. Die haben eben ihren Lohn im Nachhinein aufgebessert und im Robin Hood Style für die davor da gewesenen noch nachgebessert. :grins:
Bei 50 Dollar am Tag und Vollverpflegung würde ich auch ganze 2 Std. arbeiten, das entspricht meinem persönlichen Mindestlohn. :wink:

Ich hab da keinerlei Mitleid. Wenn man sich auf soetwas einlässt und es darauf beruht, dass man die Arbeiter abzockt, dann darf man sich nicht wundern, wenn sie einen auch abzocken.
Ich habe weiterhin guten Kontakt mit meinen Arbeitgebern und von denen kann keiner eine solche Geschichte beitragen. Das wird wohl daran liegen, dass sie anständig bezahlen/behandeln, wenngleich sie am Anfang somit in Vorleistung treten müssen.
Bei den Arbeitslosenzahlen in Adelaide sollte es ja genug Leute geben, die Arbeit suchen. Nur ist es leider so und das wurde schon gesagt, zu den Konditionen arbeitet kein Australier.

What you pay is what you get. Der Satz sollte dir sicherlich geläufig sein. Wenn sich jemand bei dir am Kühlschrank bedient und sich auf deine Kosten betrinkt, dann hat das etwas mit der Schamgrenze zu tun. Dass bei schlechter Bezahlung die Schamgrenze absackt, das liegt eigentlich auf der Hand. Motivation - Null. Von daher frag ich mich wirklich, ob man so naiv sein kann, nicht vielleicht auch einen Fehler bei sich selbst zu suchen. Mag aber wohl eher daran liegen, was auch schon gesagt wurde, dass Misswirtschaft die eigentliche Ursache ist, warum man Backpacker auspressen muss.
Warum holst du dir dann nicht professionelle Leute, die dir die Ernte machen? Könnte daran liegen, dass das bei dir alles System hat und das System darauf aufbaut, dass man keine anständigen Löhne bezahlt.
Trotzdem finde ich es auch immer wieder belustigend, wie du dich selbst als die Person darstellst, die ihrer eigenen Ansicht nach nur Wohltaten verteilt, wie ein doppelter Lohn, von dann wohl sage und schreibe 100 Dollar pro Tag. :mrgreen: Dagegen sind die 12 Dollar die Stunde schon fast eine Überbezahlung. Um deine 100 Dollar mal ins rechte Licht zur rücken: Ich hatte mal einen Job, da hab ich 100 Dollar am Tag bekommen, wenn ich aufgrund von schlechtem Wetter meinen Job nicht ausüben konnte und dafür etwas im Haus mitgeholfen habe oder kleinere Jobs wie eine Poolreinigung zum Zeitvertreib anstanden.
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Romana » 19.09.2015 - 11:39

Martin kannst du nicht lesen? Diese Leute waren keine Arbeiter. Die waren außerhalb der Erntesaison hier. Da gibt es hier in meinem Haushalt keine Arbeit, die irgendwie Geld einbringen könnte. Wir leben das ganze Jahr über von meiner persönlichen Übersetzungsarbeit, und da kann mir kein Backpacker dabei helfen! Die drei haben sich bei mir einquartiert und mich schamlos ausgenutzt. Ich musste monatelang deren ganzen Lebensunterhalt bezahlen und die haben NULL Arbeit gemacht, die mir auch nur einen Pfennig eingebracht hätte. Alles, was ich von meinen Gästen außerhalb der Erntesaison verlange, ist, dass sie ein bisschen im Haushalt und bei der Tierpflege mithelfen. Ich habe ein paar Haustiere, das ist alles. Und was da an "Arbeit" anfällt, kann eine Person in 2 Stunden am Tag erledigen. Die drei haben mein Haus belagert und mit der größten Selbstverständlichkeit mein gesamtes persönliches Hab und Gut mitbenutzt, ohne zu fragen, und ich brauchte Hilfe von Freunden, um sie nach Monaten Ausgenutztwerden aus meinem Haus zu vertreiben. Und das findest du gut? Solche Typen verteidigst du noch? Also irgendwas tickt bei dir nicht richtig.
Ich habe 17 Jahre in Australien gelebt und gebe euch gern Ratschläge, wie ihr eure Zeit dort gut überleben könnt. :grins:
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Martin » 19.09.2015 - 13:18

Ich kann sehr gut lesen - danke. Du hast nicht geschrieben, dass sie während ihres ersten Jobs keine Arbeiter waren.
Natürlich finde ich das Verhalten der Leute nicht gut. Deins finde ich allerdings auch nicht gut und so scheint es, dass es sich manchmal im Leben doch irgendwo wieder ausgleicht :smile:
Bei wem da was nicht richtig tickt, das darf wohl jeder selbst in seinem Rahmen einschätzen :wink:

Ich versteh nicht, was die Geschichte jetzt mit dem eigentlichen Topic zu tun hat?
Rumzuweinen, weil sich Leute bei dir über zwei Monate lang kostenlos einquartiert haben? Wenn dem so war, warum hast du sie nicht nach den ersten zwei Wochen rausgeworfen? nach vier Wochen? nach sechs? nach acht? Ist doch dein Haus und dein Land? Da hätte sogar die Polizei geholfen. Aber so kann man sich natürlich mehr selbst bemitleiden, weil ja alle da draußen so böse sind und dich auspressen wollen.
Du hast jetzt zumindest das bestätigt, was an anderer Stelle vermutet wurde: Die Farm trägt scheinbar nicht zum Einkommen bei und deshalb kann man nicht anständig bezahlen. -Q. E. D.
So fehlen dir natürlich die Einblicke, was man finanziell für Arbeit in Australien erwarten kann und so kommt es dann natürlich auch schnell zu unqualifizierten Lohneinschätzungen im Landwirtschaftsbereich, wo du dann auch die in den Raum geworfenen Stundenlöhne und zusätzlichen Leistungen auch schnell mal als "Märchen" bezeichnest, weil du es einfach nicht besser weißt.
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Romana » 19.09.2015 - 13:57

Martin, du hast völlig recht damit, dass der Großteil dessen, was hier zu dieser Frage geschrieben wurde, vom Thema abweicht. Wenn du aber meinst, dass ich hier "rumweine", weil ich mich von deutschen Backpackern ausgenutzt fühlte, dann gilt dasselbe ebenso für die Fragestellerin hier, die sich nach ihren eigenen Worten ausgenutzt fühlt, noch bevor sie überhaupt ihre Gastfamilie und deren Lebensumstände kennengelernt und sich mit den Anforderungen der angebotenen Arbeit beschäftigt hat. Das zu demonstrieren - darum ging es mir bei dieser Geschichte. Aber ich schlage vor, diese Diskussion jetzt sein zu lassen. Die Fragestellerin hat sich ja auch nicht mehr zu Wort gemeldet. Lassen wir doch einfach das Zitat von Carpool Guy als guten Abschluss stehen. Das gibt ungelernten Erntejobsuchern genau den richtigen Denkanstoß und beantwortet die hier gestellte Frage wunderbar.
Carpool Guy hat geschrieben: Ich habe in australien das erste mal in meinem leben auf dem feld gearbeitet, und meine leistung war vielleicht 10% von dem was geuebte saisonarbeiter dort taeglich abgeliefert haben die praktisch 5 jahre lang oder laenger nichts anderes machen als von farm zu farm zu ziehen. Es dauert eine ganze weile um in die routine zu kommen und genuegend gemuese zu ernten um einen guten lohn zu verdiehnen, das passiert nicht von einem tag auf den anderen.
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Martin » 19.09.2015 - 14:12

Die Lebensumstände des Arbeitgebers interessieren mich persönlich 0.
Es gibt einen Job zu erledigen und der wird finanziell abgegolten. Warum der Arbeitgeber es sich nicht leisten kann mehr zu zahlen - nicht mein Problem! Sicherlich auch eine Einstellung, die man sich leisten können muss, was nicht für jeden gilt, der gerade erst in OZ angekommen ist.
Warum soll ich für Person X für weniger arbeiten, wenn mir Person Y mehr bietet? Was auch immer die privaten Gründe von Person X sind, es ist nicht mein Problem. Leute, die trotzdem für weniger arbeiten, weil sie dann das Gefühl hätten ganz nebenbei noch etwas gutes getan zu haben, die würde man in Deutschland als Gutmenschen bezeichnen. Von der Spezies scheint es derzeit aber auch nur so zu wimmeln, sodass auch in OZ die Wwoofer nicht allzu schnell ausgehen sollten.
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Masac » 23.09.2015 - 13:56

Romana hat geschrieben:Der gesetzliche australische Mindestlohn liegt bei rund $15-$16, davon werden bis zu 40% Steuern abgezogen, also hat man Glück, wenn man bei ungelernter Arbeit auf $10 netto pro Stunde kommt. Unterkunft kann zwischen $20-$100 pro Tag wert sein. Mindestens der halbe Tageslohn eines Erntearbeiters geht im Normalfall für Unterkunft und Essen drauf. Ich sehe immer wieder, dass junge Leute, die bis zu ihrer Australienreise kostenlos bei ihren Eltern gewohnt haben und von ihren Müttern bekocht wurden, überhaupt keine realistische Vorstellung davon haben, was Unterkunft und Essen eigentlich kosten. Wenn ihr die Unterkunft gestellt bekommt, finde ich den angebotenen Stundenlohn völlig in Ordnung. Sogar recht großzügig! Aber im Endeffekt entscheiden die konkreten Bedingungen vor Ort.
Wo hast du denn die Zahlen her? Stimmt ja vorne und hinten nicht.

Gesetzliche Mindestlohn als "casual" ist knapp über 21$
Davon gehen als Erntehelfer entweder 13% Steuern (agricultural rate) oder wenn man kein resident ist knapp über 30% Steuern ab.
Bei Glück 10$ netto? Dafür stellt sich doch keiner einen Wecker in Australien.
Und ein halber Tagelohn für Unterkunft/Essen trifft vielleicht zu wenn man sich alleine ein Apartment/Haus mietet, aber doch nicht als Erntehelfer wenn man meistens for free auf der Farm oder günstig aufm nächsten Caravan Park oder Hostel schläft.

Ich versteh nicht wie man mit solchen Infos um sich werfen kann die vorne und hinten nicht stimmen.
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Wastl » 23.09.2015 - 14:25

Dem kann ich nur zustimmen. Solche Infos sind ziemlich irreführend für Hilfesuchende hier im Forum.

Aber es scheinen wohl in Adelaide und Umgebung andere Gesetze zu herrschen als im Rest Australiens :lol: (das entspricht natürlich nicht der Wahrheit)
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Romana » 23.09.2015 - 16:46

Wenn es um die "Minimum wages for casuals" geht, habt ihr mit euren Zahlen recht. In der Realität sieht es aber bei Erntehelferarbeitern so aus:

Auszug aus http://www.downundr.com/jobs-and-work/f ... rvest-work

"The first is the 'by hour' flat rate. You get paid a fixed amount for every hour you work. It is rare to get paid like this for for fruit picking jobs, but it is much more common for jobs where you are working inside the packing shed (packing fruit, grading/sorting fruit, putting boxes onto trucks, etc). Often harvest jobs pay you using this model when you are doing such things as working on a tractor or harvester.

The second pay model is called 'piece rate'. This is where your pay is determined by how much you pick or do. The more you pick the more you earn. Almost all picker jobs are paid using this method. Your first few days on piece rate may seem like your working for almost nothing, but once you get the hang of it and improve your speed you can earn a lot more. Harvest jobs also often pay really good money, so keep an eye out for them."

Es wird also in der Regel nach Leistung bezahlt. Und wie andernorts schon erwähnt wurde, erbringt ein ungelernter Anfänger oft nur 10 % der Leistung, die man sich von einem erfahrenen Erntearbeiter erwartet. Somit kann das tatsächliche Einkommen beim Ersteren durchaus auch unter 5 $ pro Stunde liegen, wogegen der Letztere auf derselben Farm mit derselben Arbeit auf 50 $ pro Stunde kommen kann. Und das finde ich persönlich auch völlig gerechtfertigt und fair. Wenn ein Anrufer den Farmer am Telefon nach dem Stundenverdienst fragt, wird der Farmer in etwa abschätzen, zu welcher Leistung der Anrufer wahrscheinlich fähig ist, und diesem dann einen möglichst realistischen Betrag nennen, um spätere Enttäuschung von Vornherein zu vermeiden.
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Chacco » 23.09.2015 - 20:23

Du versuchst immer gut abzulenken und immer die Schuld von dir wegzuschieben. Ich verstehe sehr gut, warum die oft ausgenutzt wirst, Karma is a bitch :wink:
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Martin » 23.09.2015 - 23:09

Romana hat mich zuvor gefragt ob ich lesen könne. Die Frage würde ich an der Stelle selbst stellen:
Hier geht es um einen Stundenlohn. Warum dann also diese Nebelkerzen zum Thema Akkordbezahlung?
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Romana » 24.09.2015 - 04:01

Chacco und Martin, was sollen diese ständigen persönlichen Angriffe auf mich? Wollt ihr mich aus dem Forum verjagen? Solche Angriffe tragen überhaupt nichts zum Thema bei.

Tatsache ist, dass Leute, die sich um einen Job als Erntehelfer bewerben, grundsätzlich immer nach dem Stundenlohn fragen. Auch die Fragestellerin hier hat offenbar keine Alternative dazu erwogen.

Nur erfahrene Erntehelfer, die sich mit der betreffenden Frucht (in meinem Fall mit Oliven und im Fall der Fragestellerin mit Lauchstangen) auskennen, fragen nach der Bezahlung pro Tonne oder pro "standard bin".

Einem deutschen Backpacker würde es nichts helfen, wenn ihm der Farmer diese Zahlen nennt, weil er in der Regel keine Ahnung hat, wie lange es ungefähr dauert, um so eine Menge zu sammeln. Daher überschlägt der Farmer in etwa, was von dem Bewerber erwartet werden kann, und nennt ihm am Telefon oder in der E-Mail einen geschätzten Stundenverdienst. Das ist eben in der Regel so. Wenn der Arbeiter sich dann in der Praxis als besser oder schlechter zeigt, wirkt sich das auch auf seinen Stundenverdienst aus.

Und das sind keine Ablenkungen, "Nebelkerzen" oder "Schuldwegschiebereien" (Von welcher "Schuld" sprichst du überhaupt, Chacco? So ein Blödsinn!), sondern einfach nur Tatsachen, die jeder Bewerber im Erntehelfebereich kennen sollte. Und daher sind diese Beiträge von mir hier im Unterschied zu den letzten paar von euch sinnvoll und für ratsuchende Forumsmitglieder hilfreich.
Zuletzt geändert von Romana am 24.09.2015 - 04:19, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Romana » 24.09.2015 - 04:16

Masac hat geschrieben:...Wo hast du denn die Zahlen her? Stimmt ja vorne und hinten nicht. Gesetzliche Mindestlohn als "casual" ist knapp über 21$. Davon gehen als Erntehelfer entweder 13% Steuern (agricultural rate) oder wenn man kein resident ist knapp über 30% Steuern ab...
Masac, danke für deine korrekten Zahlen. Wenn du im Beitragsfaden zurückgehst, wirst du feststellen, dass ich meine Zahlen nur geschätzt habe und dass dort deshalb Wörter wie "rund" und "ungefähr" und "bis zu" davorstehen. Meine Zahlen wurden daraufhin auch gleich von CarpoolGuy berichtigt und nun von dir noch weiter konkretisiert. Im Übrigen lassen sie sich auch leicht ergoogeln. Also denke ich, wir können das Thema jetzt bleiben lassen.
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Martin » 24.09.2015 - 11:14

Romana hat geschrieben:Chacco und Martin, was sollen diese ständigen persönlichen Angriffe auf mich? Wollt ihr mich aus dem Forum verjagen? Solche Angriffe tragen überhaupt nichts zum Thema bei.
Also wer in einem Backpackerforum diese als Arbeitgeber als "wildfremden, völlig unqualifizierten (...) und unerfahrenen Tagelöhner, Niete(n)" bezeichnet und selbst hier im Forum welche sucht, der hat sich eigentlich sein eigenes Bleiberecht verspielt. Für mich steht gerade dieser Teil des Forums dafür, dass Leute vor Ausbeutung durch Unwissenheit geschützt werden. Bin aber weder Admin noch Moderator und deshalb ist das anderen überlassen. Widersprechen werde ich dir an geeigneter Stelle trotzdem weiterhin, sofern ich anderer Ansicht bin.
Wie dieses Thema zeigt, hast du aber auch so wenig sinnvolles beizutragen. Spott über Arbeitnehmer, Infos vom Hörensagen, dazu noch fernab der Realität und letztendlich nur auf der eigenen Ausbeutermentalität beruhend. -Wenig hilfreich für Fragesteller.
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Wastl » 24.09.2015 - 14:15

Wahnsinn, was hier von sich gegeben wird. Da muss ich mich einfach auch nochmal zu Wort melden.

Liebe Romana, ich glaube dir, dass du es tief im Inneren nur gut meinst, aber was du hier von dir gibst - sorry, wenn ich das so klar sagen muss - ist wirklich völliger Unsinn und entspricht keineswegs den Tatsachen. Das zeigt mir auch schon wieder dein letzter Beitrag. Du scheinst dir auf deiner Olivenfarm so eine rosarote Welt aufbauen zu wollen. Das hat aber überhaupt nichts mit dem alltäglichen Geschäft auf den Farmen zu tun, wo die meisten Backpacker in Australien landen. Bitte nicht als Angriff werten, aber meiner Meinung nach hast du keine Ahnung wie die Realität bezüglich Backpackern und Farmwork aussieht.
Romana hat geschrieben:Tatsache ist, dass Leute, die sich um einen Job als Erntehelfer bewerben, grundsätzlich immer nach dem Stundenlohn fragen. Auch die Fragestellerin hier hat offenbar keine Alternative dazu erwogen.

Nur erfahrene Erntehelfer, die sich mit der betreffenden Frucht (in meinem Fall mit Oliven und im Fall der Fragestellerin mit Lauchstangen) auskennen, fragen nach der Bezahlung pro Tonne oder pro "standard bin".

Einem deutschen Backpacker würde es nichts helfen, wenn ihm der Farmer diese Zahlen nennt, weil er in der Regel keine Ahnung hat, wie lange es ungefähr dauert, um so eine Menge zu sammeln. Daher überschlägt der Farmer in etwa, was von dem Bewerber erwartet werden kann, und nennt ihm am Telefon oder in der E-Mail einen geschätzten Stundenverdienst. Das ist eben in der Regel so. Wenn der Arbeiter sich dann in der Praxis als besser oder schlechter zeigt, wirkt sich das auch auf seinen Stundenverdienst aus.
Selten so ein Quatsch gehört. Wirklich! Die meisten Backpacker landen auf kommerziellen Farmen, weil dort einfach ran zu kommen ist. Und da ist knallhartes Geschäft angesagt. Ich habe nie meinen zukünftigen Arbeitgeber auf den Farmen gefragt ob er mich pro Stunde oder nach piecework bezahlt. Wenn du dich bewirbst, dann wird dir ein Stundenlohn genannt oder wieviel du pro Stück/Menge bekommst. Entweder nimmst du es dann an oder lässt es bleiben. Wenn du dem Farmer nicht gut genug bist, dann fliegst du. So einfach ist das. Leider ist der Konkurrenzkampf sehr hoch und viele verzweifelte Backpacker sind sich dann nicht zu schade für einen Hungerlohn arbeiten zu gehen, was wiederum den Farmern in die Hände spielt.

Selbst wenn es so wäre, das Backpacker grundsätzlich nach dem Stundenlohn fragen würden, ist das doch absolut nachvollziehbar. Auch als Reisender ist es mir doch lieber ein stetiges Einkommen zu haben als vielleicht mal eine Woche 1000$ zu verdienen, die Wochen danach aber nur noch 300$ zu verdienen, weil aufgrund von schlechter Witterung z.B. viele Früchte faul geworden sind. Mal ganz von der Leistung des Backpackers abgesehen, aber bei Piecework sind einfach zu viele unbeständige Faktoren dabei, so dass man nie weiß, ob man in der kommenden Woche in einer Goldmine arbeitet oder am Hungertuch nagen soll.

Selbstverständlich bringt es mir etwas, wenn du mir sagst, wieviel Geld du pro Tonne oder bin bezahlst. Ich kann dich dann mit anderen Farmen vergleichen. Ich kann sehen, ob du besser bezahlst oder schlechter. Und mal ehrlich, selbst wenn ich eine Frucht noch nicht gepflückt habe und nur einen IQ von 50 besitze, kann ich ja wohl grob abschätzen, wie lang es mich dauern wird, bis man die geforderte Menge gesammelt hat. Dagegen frage ich mich schon eher, wie du einen Stundenverdienst am Telefon abschätzen willst, wenn du die Person noch nicht einmal persönlich gesehen hast.

Bei aller Liebe, aber du kannst doch auch nicht einen Backpacker mit einem erfahrenen Erntehelfer vergleichen. Erstens haben Backpacker gar nicht soviel Zeit über als dass sie sich wirklich ins "Ernten" so tief einarbeiten können, dass sie bei Piecework effektiv mit einen guten Gewinn herausgehen könnten (das ist natürlich vereinzelt möglich). Das rechtfertigt doch aber noch lang nicht, dass man Ihnen deswegen weniger Lohn zahlen kann. Zweitens mögen die erfahrenen Erntehelfer mehr Leistung bringen, sie ziehen aber ihren Körper auch wesentlich stärker in Mitleidenschaft. Die meisten Backpacker kommen nach Australien um auch mal das Leben zu genießen, nicht um nach einem Jahr mit einem kaputten Rücken und Händen nach Hause zurück zu kehren. Und Drittens musst du einfach auch mal einsehen, dass die Mehrheit der Backpacker diese Farmjobs nicht aus Liebe zur Natur machen oder weil sie gern Früchte pflücken, sondern, weil sie damit etwas verdienen wollen und ihren Aufenthalt in Australien mitfinanzieren wollen. Da bin ich ganz ehrlich. Wenn ich bei dir kostenloses Essen, Unterkunft etc. und vielleicht noch ein klitzekleines Taschengeld bekommen würde, dann würde ich mich auch nicht Tod arbeiten. Wenn du allerdings mal etwas an der Lohnschraube drehen würdest, könntest du auch gleich vielmehr motivierte Arbeitskräfte finden. Leistung erfordert Gegenleistung. Ich will nicht sagen, dass du Backpacker ausbeutest, aber du verlierst in deinen Beiträgen irgendwie den Bezug zur Realität.

Deine Beiträge sind toll, aber leider sind sie für 95% der Work&Travel-Interessierten hier im Forum irreführend, weil sie nicht den realen Gegebenheiten entsprechen. Wir wollen hier im Forum vor Ausbeute auf Farmen hinweisen, davor warnen, Newcomer davor schützen und darauf hinweisen, dass es auch besser bezahlte Jobs mit besseren Bedingungen in Australien gibt. Deine Beiträge spiegeln aber häufig eher das Gegenteil wider. Sie führen diese Neulinge quasi direkt in diesen Teufelskreis hinein. Du musst dir wirklich mal einen Überblick verschaffen, wie die Lage im ganzen Land aussieht bevor du hier manchmal zu solch unqualifizierten Aussagen greifst. Ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass ich in 2 Jahren Australien einen Menge Farmbetriebe im ganzen Land gesehen habe und wirklich kein Backpacker unter Mindestlohn bezahlt werden muss oder sollte, egal wie die sonstigen Rahmenbedingungen sind.


Ich möchte dir zum Schluss noch einmal 2 Beispiele aus eigener Erfahrung nennen, damit du mal ein Gespühr dafür bekommst, wie die Realität für Backpacker auf dem Feld aussieht.
:arrow: Auf einer Zucchini-Farm habe ich gearbeitet und wurde für mickrige 1,50$ pro bucket entlohnt. Als es dann etwas stärker geregnet hat, wurden einige Pflanzen faul und welk. Der Supervisor hat doch tatsächlich verlangt, dass wir welke Blätter abschneiden und die faulen Zucchinis abschneiden. Wir sollten qualitative Arbeit verrichten, obwohl wir pro Quantität bezahlt wurden?!?!?! Was haben also die Backpacker gemacht? Haben einfach die faulen Zucchinis mit in den Eimer gelegt und die welken Blätter dran gelassen.
Auch wenn ich hier vielleicht mit Ach und Krach und faulen Zucchinis auf 10$ die Stunde komme, meinst du so sollte ein funktionierender Betrieb aussehen? Sollte ich mich wirklich glücklich schätzen hier als Backpacker 10$ die Stunde verdienen zu dürfen? Meine Meinung: Nie im Leben!
:arrow: Ich habe auf einer Farm mal an einem Sonntag 11 Stunden Cherrytomatoes gepflückt und 3,50$ pro Eimer bekommen. Ich habe mir echt Mühe gegeben, aber mehr als 2 Eimer bekommst du pro Stunde als Neuling einfach nicht voll. Weißt du wieviel ich für den ganzen Tag bekommen habe? 70$ !!!!! Für 11 Stunden an einem Sonntag. Und eigentlich schuldet mir die Farm bis heute die 70$. Dann noch Steuern, der Bus muss bezahlt werden und dann kommst du nach Hause und der Hostelbesitzer hält die Hand auf für die nächste Wochenmiete.

Das sind Extrembeispiele und ich bereue bis heute nicht, dass ich diese Erfahrung gemacht habe. Aber wenn ich hier Aussagen deute, wie "Backpacker sollen froh sein 12$ die Stunde zu verdienen", sorry, aber da kann ich voll und ganz verstehen, dass dir, liebe Romana, hier so massiv Kontra gegeben wird.
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Romana » 24.09.2015 - 22:55

Lieber Wastl, du hast recht, ich habe keinen Komplettüberblick über die australische Landwirtschaft und ich habe nicht die landesweiten Statistiken studiert. Aber beim Thema dieser Diskussion geht es schon lange nicht mehr darum, was nun der gesetzliche Mindestlohn ist oder was man durchschnittlich verlangen kann. Diese Frage wurde vollständig und abschließend beantwortet.

Worum es bei unserem "Streit" hier geht, sind persönliche Einstellungen und Gefühle von Menschen gegenüber anderen Menschen. Die Fragestellerin hat den Job abgelehnt, weil sie sich "nicht ausnutzen lassen wollte". Martin hat geschrieben: "Die Lebensumstände des Arbeitgebers interessieren mich persönlich 0. ... Warum der Arbeitgeber es sich nicht leisten kann mehr zu zahlen - nicht mein Problem!"

Meine Absicht war es, ein Gleichgewicht zu dieser - mMn sehr egoistischen und arbeitgeberfeindlichen - Geisteshaltung zu schaffen und euch die Gedanken und Gefühle von Arbeitgebern näher zu bringen. Natürlich ist es nicht eure Verpflichtung als Lohnarbeiter, alle Probleme eurer Arbeitgeber zu lösen. Doch ein wenig Mitleid darf man schon zeigen, wenn die Zucchineernte eines Bauern verfault! Nach so einer Katastrophe muss jeder Arbeiter selbst entscheiden, ob er dem Zucchinibauern aus der Patsche hilft oder nicht. Genauso wie ein Arbeitgeber die Freiheit der Entscheidung hat, ob er zum Beispiel einen kranken, arbeitsunfähigen Arbeiter weiter in seinem Haus wohnen lässt oder nicht. Oder ob er bei Regen, wenn seine Leute nicht arbeiten können, ihnen trotzdem etwas Taschengeld gibt, damit sie sich etwas zum Essen kaufen können. Und der Beispiele sind viele. Dies sind Entscheidungen, die mit dem Herzen getroffen werden und nicht mit dem Gesetzbuch in der Hand.
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Martin » 25.09.2015 - 01:07

Ich bin weder egoistisch, noch arbeitgeberfeindlich. -ganz im Gegenteil.
Mein größter Intimfeind sind Gewerkschaften :cool: :cool: :cool: Dennoch gibt es den Mindestlohn und der gilt für alle, egal wie hohl und unbegabt sie sind, was manchmal nicht zu deren Vorteil ist.
Wenn du meinen Satz egoistisch findest, dann mal ein kleines Experiment: Jemand ruft bei dir an, weil er pleite ist. Zahlst du ihm aufgrund der Tatsache mehr? -wohl kaum, was ich sogar verstehen kann. :smile:
Nur der Farmer am Telefon ist ein bildfremder Mensch, der einen morgen vielleicht schon wieder vergessen hat. Eher unwahrscheinlich, dass er in 10 Jahren noch an einen denkt, weil man freiwillig für weniger gearbeitet hat. Warum also freiwillig für weniger arbeiten, wenn mir gleichzeitig andere Farmer mehr bieten und ich mir den Job aussuchen kann? -für weniger Arbeiten, aber dafür mit gutem Gefühl, sowas überlass ich den Gutmeschen. :mrgreen:
Ich hab bei allen Arbeitgebern auch an meinen freien Tagen geholfen, wenn etwas anfiel und hätte egal bei was, auch nie widersprochen und brav meinen Dienst getan, aber da machte ich das auch gerne, weil man Teil der Familie war und trotzdem ordentlich entlohnt wurde :wink: What you pay is what you get.
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Re: Gutmenschen

Beitrag von Romana » 25.09.2015 - 03:26

Martin, du hast gefragt: "Jemand ruft bei dir an, weil er pleite ist. Zahlst du ihm aufgrund der Tatsache mehr?"

Antwort: Vielleicht nein und vielleicht ja. Als überzeugter Gutmensch räume ich dieser Person eine Vorrangstellung bei der Prüfung Ihrer Eignung ein, da ich Menschen in Not gerne helfe. Das entspricht meinen persönlichen Grundwerten. Wenn sie die Prüfung besteht, werde ich diese Person eher einstellen als jemanden, der das Geld nicht so dringend braucht und mich nicht um Hilfe gebeten hat. Bezahlen werde ich nicht unbedingt mehr, aber ich werde dieser Person wahrscheinlich einen Vorschuss geben oder sie anfangs täglich auszahlen, wogegen "normale" Arbeiter eher wöchentlich oder monatlich im Nachhinein bezahlt werden.

Einer Prüfung wird diese Person allerdings unterzogen, und dabei lege ich besonderen Wert auf telefonisch einholbare Referenzen über ihren Charakter.

Jemanden, der mir nach einer Katastrophe - wie zum Beispiel wenn meine Zucchinipflanzen anfangen zu faulen - mit voller Absicht noch mehr Schaden zufügen will - indem er faule und gesunde Früchte in denselben Korb wirft, obwohl es kaum einen Mehraufwand darstellt, sie auf zwei Körbe zu verteilen - will ich bestimmt nicht unter meinem Dach haben!

Übrigens, die drei weiter oben erwähnten Deutschen, die ich vor fast einem Jahr bei mir aufgenommen habe und dann nicht mehr los werden konnte, waren genau in dieser Situation, nämlich schon kurz nach ihrer Einreise pleite. Leider hatten sie nicht so viel Anstand, sich später bei mir für meine Hilfe zu revanchieren, nachdem sie eine bezahlte Arbeit gefunden und sich die Taschen mit Geld vollgefüllt hatten. Anständige Menschen hätten doch wenigstens ein paar Flaschen Wein für die Weihnachts- und Silvesterfeier beigetragen oder beim Kochen mitgeholfen. Nach dieser Erfahrung bin ich vorsichtiger geworden und helfe nur noch Pleitegeiern, über deren Charakter ich mich im Voraus informieren kann. Denn nicht jeder Mensch, der wenig oder kein Geld hat, ist ein guter Mensch.

Du siehst also, in dieser ganzen Diskussion geht es nicht um Zahlen, sondern um Werte.
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Romana » 11.08.2016 - 09:50

Ich möchte diese Diskussion gerne wieder aufleben lassen, um ein paar neue Meinungen zu hören - ohne mich in anderen Threads immer wieder wiederholen zu müssen. Das Thema kommt in Foren und auf Facebook-Sites seit Jahren immer wieder auf, wie eben jetzt auf "Backpacker Jobs in Australia". Da fagt ein Junge "Is it enough when my boss pay me 15$/h?" und ich antworte ihm und allen anderen Lesern: "the NORMAL pay rate per hour for a farmhand in my area (South Australia) is and has been for many years a maximum of $10 per hour. That's how it is, folks! I called the Fair Work Ombudsman office as well as the Immigration Department and they both confirmed that the amount given on your payslip does not matter for your days to be acknowledged. Both said that if you have a written agreement for, let's say $200 per week for full-time work and you are happy with that, the government offices will accept it as sufficient. Many farms in the specifically listed 2nd visa areas will not be able to pay more than that, unless you are extremely productive!"
Ich habe 17 Jahre in Australien gelebt und gebe euch gern Ratschläge, wie ihr eure Zeit dort gut überleben könnt. :grins:
Martin
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Martin » 14.08.2016 - 21:52

Puuh, das muss sich ja wie Weihnachten und Ostern zusammen anfühlen.
Jetzt hast du sogar einen Persilschein dafür!
Wenigstens triffts keine undankbaren europäischen Backpacker mehr. Wie du meintest, wolltest du dich ja eher auf Asiaten konzentrieren.
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Romana » 15.08.2016 - 00:31

Höre ich da ein wenig Rassismus raus? Warum sollte die Arbeitszeit eines Asiaten weniger wert sein als die eines Deutschen? Im Übrigen waren unter den 18 Backpackern, die dieses Jahr schon bei mir mitgeholfen haben, nur 2 Asiaten dabei. Das war eine voll qualifizierte koreanische Tierärztin mit ihrem Boyfriend, der ein WHV hatte und sich hier in 4 Tagen $650 verdient hat. Er war eben produktiv! Dann hatte ich hier ein 69-jährige Amerikanerin und einen lustigen schwarzen Riesenkerl mit Dreadlocks aus den USA (beide sind auf meiner Facebook-Seite zu sehen), die kein WHV hatten und netterweise nur für Unterkunft und Kost mitgearbeitet haben. Die anderen waren allesamt Europäer - teils Wwoofer, teils Leute, die Geld verdienen wollten und es dann je nach Arbeitsqualität mehr oder minder gut schafften (keiner konnte allerdings den koreanischen Jungen übertreffen, haha!), teils eine Mischung der beiden Menschentypen. Zwei oder drei waren totale Faulpelze mit zwei linken Händen und in solchen Fällen war ich natürlich heilfroh, dass ich im Voraus kein unüberschaubares finanzielles Risiko eingegangen bin! Der deutsche Junge, der jetzt schon seit 10 Wochen hier mithilft, ist allerdings sehr fleißig und ich bin mit ihm äußerst zufrieden - und er mit mir. Es geht eben nicht allen nur ums Geld! Und die Nationalität sagt absolut nichts über den finanziellen Wert eines Arbeitnehmers aus - ebenso, wie der mehr oder weniger gefüllte Geldbeutel nichts über den menschlichen Wert eines Arbeitgebers/Gastgebers aussagt.

Zusatz zur Aktualisierung (17.08.2016) - ich habe eben das hier in einem Backpacker-Forum gelesen (beachtet die Angabe des durchschnittlichen Stundenlohns in diesem Artikel!):

Ab 2017 wird die "Backpacker-Steuer" fällig
Unterwegs als Backpacker in Australien | Bild: Andreas Stummer
Schlechte Zeiten für Rucksacktouristen Australien plant "Backpacker-Steuer"

Viele landwirtschaftliche Betriebe in Australien sind auf die Hilfe von Rucksacktouristen angewiesen, das Arbeitsmodell hat sich dort innerhalb der letzten 20 Jahre etabliert. Im Schnitt bekommen sie dafür zwischen 11 und 13 Euro die Stunde - genug, um wieder flüssig zu sein, wenn Ebbe in der Urlaubskasse ist. Bis zu einem Verdienst von 14.000 Euro musste man als Backpacker dafür bislang keine Steuern zahlen. Ab 2017 aber wird das anders: Dann behält die australische Regierung 32,5 Cent von jedem Dollar, den ein Backpacker verdient - also rund ein Drittel.

Die Konsequenz: So mancher Rucksack-Tourist wird sich überlegen, die Reisekasse vor dem Australienurlaub aufzufüllen oder in anderen Ländern zu jobben - zum Beispiel in Neuseeland, wo auch weiterhin keine Steuern fällig werden. Das würde die australische Wirtschaft, vor allem aber die dortigen Farmer, teuer zu stehen kommen. Denn ein Langzeit-Backpacker verdient in Australien im Schnitt zur Zeit rund 10.000 Euro, die er auch vor Ort wieder ausgibt, oft in den ländlichen Gebieten, genau dort, wo es auch die Farmjobs gibt. Mit dem neuen Gesetz dürfte sich das bald ändern.

Link: http://www.br.de/radio/bayern2/gesellsc ... en100.html
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