12 dollar/Std ok ?

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Moderator: Yassakka

Malindi
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12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Malindi » 10.09.2015 - 06:58

Hallo,

Ich bin gerade mit meinem Freund seit 1 Woche in Australien.
Wir haben uns auch schon um Jobs bemüht und tatsächlich die Möglichkeit bekommen auf einer lauchfarm als vegetable pickers zu arbeiten.
Ich habe mit der Frau telefoniert und War dabei sehr aufgeregt, sodass ich ohne groß nachzudenken gleich zugesagt habe.
Aber ich glaube mittlerweile, dass das zu voreilig war, denn man möchte uns nur 12 dollar (brutto) die Std zahlen dafür kann man dort aber umsonst wohnen ob dazu auch Mahlzeiten gehören weiß ich nicht.
Ich glaube jetzt nach einiger Recherche, dass das deutlich unter bezahlt ist oder liege ich da falsch ?
Wir sollen Freitag anfangen.
Kennt sich irgendjemand damit aus ?
Danke☺
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Romana » 10.09.2015 - 17:47

Der gesetzliche australische Mindestlohn liegt bei rund $15-$16, davon werden bis zu 40% Steuern abgezogen, also hat man Glück, wenn man bei ungelernter Arbeit auf $10 netto pro Stunde kommt. Unterkunft kann zwischen $20-$100 pro Tag wert sein. Mindestens der halbe Tageslohn eines Erntearbeiters geht im Normalfall für Unterkunft und Essen drauf. Ich sehe immer wieder, dass junge Leute, die bis zu ihrer Australienreise kostenlos bei ihren Eltern gewohnt haben und von ihren Müttern bekocht wurden, überhaupt keine realistische Vorstellung davon haben, was Unterkunft und Essen eigentlich kosten. Wenn ihr die Unterkunft gestellt bekommt, finde ich den angebotenen Stundenlohn völlig in Ordnung. Sogar recht großzügig! Aber im Endeffekt entscheiden die konkreten Bedingungen vor Ort.
Ich habe 17 Jahre in Australien gelebt und gebe euch gern Ratschläge, wie ihr eure Zeit dort gut überleben könnt. :grins:
Carpool Guy
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Carpool Guy » 11.09.2015 - 02:03

Malindi hat geschrieben: Aber ich glaube mittlerweile, dass das zu voreilig war, denn man möchte uns nur 12 dollar (brutto) die Std zahlen dafür kann man dort aber umsonst wohnen ob dazu auch Mahlzeiten gehören weiß ich nicht.
Ich glaube jetzt nach einiger Recherche, dass das deutlich unter bezahlt ist oder liege ich da falsch ?
Ich gebe Romana recht. Wenn die unterkunft mit inbegriffen ist, dann sind $12/h keineswegs zu wenig. Hostel kostet wohl auch schon um die $20-25 tag.

Korrigiert mich wenn ich falsch liege, aber beim mindestlohn ist der stundenlohn NACH STEUER ist wohl nur $9.54. Wenn du hierbei 8h/tag arbeitest dann kommst du auf 76.32/tag. Wenn du im hostel wohnst, hast du nach miete und essen wahrscheinlich nur noch $40-50 pro tag verdiehnt ...
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Malindi
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Malindi » 11.09.2015 - 05:31

Ich habe mich mit jemandem unterhalten, der seit 1,5 Jahren mit dem WHV reist.
Sie sagt, dass sie niemals für 12 $ /Std arbeiten würde, selbst wenn die miete frei ist.
Dem Farmer entstehen keine Kosten ob ich nun in dem Zimmer wohne oder nicht.
Außerdem liegt der mindestlohn bei 21.08$ und nicht bei 12$.
Sie sagt dass so eine Bezahlung für farmArbeit nicht legal ist.
Man muss es ja nur durchrechnen.
Nach allen Abzügen erhält man umgerechnet 5,15 euro.
Und ob es essen umsonst gibt ist auch noch offen.
Würdet ihr schwere körperliche Arbeit 8 sdt am tag für 5 Euro die sdt erledigen?
Ich weiß es nicht.
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Xagawa » 12.09.2015 - 12:34

Ich schließe mich der Meinung von Romana an. Sie hat es gut beschrieben.
Wer nicht weiß, wohin er will, darf sich nicht wundern, wenn er wo anders ankommt!
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Carpool Guy » 13.09.2015 - 08:23

Malindi hat geschrieben:Ich habe mich mit jemandem unterhalten, der seit 1,5 Jahren mit dem WHV reist.
Sie sagt, dass sie niemals für 12 $ /Std arbeiten würde, selbst wenn die miete frei ist.
Dem Farmer entstehen keine Kosten ob ich nun in dem Zimmer wohne oder nicht.
Außerdem liegt der mindestlohn bei 21.08$ und nicht bei 12$.
Sie sagt dass so eine Bezahlung für farmArbeit nicht legal ist.
"The national minimum wage is currently $17.29 per hour or $656.90 per 38 hour week (before tax)." - schreibt fairwork.gov.au.

Natuerlich entstehen dem farmer kosten wenn du im zimmer wohnst: Strom und wasserverbrauch (gerade letzters ist teuer in australien, und wird in einigen gegenden immer noch per tanker zu einigen haushalten gefahren!) und sobald du weiterziehst muss der farmer betten neu beziehen und zimmer saubermachen was auch schonmal eine stunde dauern kann, in welcher der farmer eben keine arbeit erledigen die ihm bezahlt wird.
Malindi hat geschrieben: Man muss es ja nur durchrechnen.
Nach allen Abzügen erhält man umgerechnet 5,15 euro.
Und ob es essen umsonst gibt ist auch noch offen.
Würdet ihr schwere körperliche Arbeit 8 sdt am tag für 5 Euro die sdt erledigen?
Ich weiß es nicht.
Was sind denn deine optionen? Farmarbeit fuer $12 und freie unterkunft - oder nichts tun, keine ahnung haben wann der naechste job kommt (der auch schlechter sein kann) und trotzdem jeden tag$30 fuer essen und miete ausgeben?
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Romana » 14.09.2015 - 13:03

Malindi hat geschrieben:Ich habe mich mit jemandem unterhalten, der seit 1,5 Jahren mit dem WHV reist.
Sie sagt, dass sie niemals für 12 $ /Std arbeiten würde, selbst wenn die miete frei ist. Dem Farmer entstehen keine Kosten ob ich nun in dem Zimmer wohne oder nicht...
Liebe Malindi, da hast du also ein Angebot von einem Farmer, der dich nicht kennt und dir offenbar trotzdem so viel Vertrauen entgegenbringt, dass er dich in seinem teuer erbauten Zuhause wohnen lassen und dir von seinem schwer verdienten Geld etwas abgeben will. Was hast du ihm als Gegenleistung zu bieten? Hast du Qualifikationen vorzuweisen, die dich zu einer hervorragenden und vertrauenswürdigen Fachkraft für diese spezielle Arbeitsaufgabe machen? Hast du Schulzeugnisse, Arbeitszeugnisse, Führungszeugnisse und Referenzen von anderen australischen Arbeitgebern an diesen Farmer gesandt, um deine einzigartige Qualifikation zu beweisen? Hast du dich mit Foto und einem netten Brief über dein bisheriges Leben als Person - als Mensch - vorgestellt, um dem Farmer zu zeigen, dass er dir voll und ganz vertrauen kann, wenn du unter seinem Dach lebst, dass du fleißig und ordentlich und gründlich sein wirst und dass du ihm ehrlich so gut helfen willst wie nur möglich? Hast du um seine Hilfe gebeten und dich für sein Angebot bedankt?

Diese Person, mit der du gesprochen hast, hat wahrscheinlich genau das getan. Und sie hat wahrscheinlich noch viel mehr getan, um ihrem zukünftigen Arbeitgeber "Honig ums Mäulchen zu schmieren", um sich möglichst teuer zu verkaufen.

Doch mit Meckern, bevor du überhaupt ein Gespräch mit dem Menschen führst, der dir ein warmes Bett bietet, und bevor du überhaupt seine Lebensumstände und seine Probleme kennenlernst, tust du das genaue Gegenteil. Ich würde eine Meckerliese wie dich sofort von meiner Türschwelle weisen, egal, wie viel du als Stundenlohn haben möchtest!
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Martin » 14.09.2015 - 18:47

Bei 12 Dollar hätt ich sofort aufgelegt. Auch bei freier Unterkunft mit Pool und Bierflatrate.

Dass Romana so eine arbeitgeberfreundliche Sichtweise hat, mag daran liegen, dass sie laut ihren Postings in diesem Forum selbst nicht zu den Arbeitgebern gehören, die branchenüblich bezahlen. :wink:
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Romana » 15.09.2015 - 00:25

Lieber Martin, Arbeitgeber sind - vor allem wenn es sich um Bauern oder Bauernfamilien oder, wie in meinem Fall, um eine alleinstehende Mutter mit einer Hobbyfarm handelt - in erster Linie MENSCHEN. Und Menschen wollen nicht von wildfremden, völlig unqualifizierten "Landstreichern" (ist nicht von mir, aber so nannte unlängst mal ein Bekannter die Rucksacktouristen) wie Zitronen ausgequetscht werden, nur weil die eben "Geld brauchen" und ihnen völlig egal ist, ob ihre Arbeit dieses Geld überhaupt auch einbringt. Wenn jemand so eine Niete ist, dass er in einer Stunde nur ein kleines Eimerchen von Oliven vom Boden aufsammeln kann, muss er halt für $3 die Stunde arbeiten. Wenn mir jemand dagegen in derselben Zeit einen halben 300-kg-Container füllt, kommt er auf $75 die Stunde. Ich finde es durchaus recht und billig, von unqualifizierten und unerfahrenen Tagelöhnern erst einmal zu verlangen, dass se zeigen sollen, was sie können, bevor man ihnen große Versprechungen macht. Und eben dazu ist Malindi nicht bereit - sie hat uns noch nicht einmal mitgeteilt, um welche Arbeit es sich überhaupt handelt und ob sie mit dieser Arbeit schon Erfahrung hat und sich darin anderswo gut bewährt hat. Und da will sie von vornherein einen Profi-Stundenlohn verlangen?
Ich habe 17 Jahre in Australien gelebt und gebe euch gern Ratschläge, wie ihr eure Zeit dort gut überleben könnt. :grins:
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Martin » 15.09.2015 - 00:51

Den Gedanken mit den Menschen möchte ich gerne mal aufgreifen:
Also wenn ich mir so durchlese, wie abwertend du über deine "wildfremden, völlig unqualifizierten (...) und unerfahrenen Tagelöhner, Niete(n)" (Menschen) redest, egal ob Aussies oder Asiaten an anderer Stelle, dann erinnert mich das eher an die Großgrundbesitzer, die früher ein paar Baumwollpflückersklaven über die Felder gejagt haben.
Die Leute erst nicht richtig bezahlen wollen, dann über deren Arbeitsmoral herziehen und zum Schluss sollen alle noch unendlich dankbar sein, dass du ihnen eine Reference bieten kannst, nen Brief wieder weitersendest oder "Lebensberatung" bietest. :lol:
Eigentlich sollte man deine Job Ads aus dem Forum verbannen, weil wer so über seine potentiellen Arbeitnehmer redet, der sollte gar keine halten, äh beschäftigen dürfen.
Ich hab damals dem Farmer Geld verdient und davon hab ich etwas abbekommen - bezeichnet man gemeinhin als Lohn. Du gibst Leuten ja etwas von deinem Geld ab, wie du es nennst, das du scheinbar für sie verdient hast. Ist für mich also entweder eine Spende oder Schmerzensgeld.

Trotzdem gibts eine gute Nachricht an Malindi: Solche Arbeitgeber sind in OZ zum Glück nicht die Regel, wenngleich man viel über sie in den Hostels erzählt bekommt. :wink:

Tipp an dieser Stelle: http://www.fairwork.gov.au/
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Malindi » 15.09.2015 - 02:59

Also ich habe den Job abgelehnt.
Ich habe es nicht nötig für diesen Hungerlohn zu arbeiten.
Ich erwarte nicht hier reich zu werden jedoch werde ich mich auch nicht ausnutzen lassen.
So verzweifelt bin ich nicht wie wohl einige hier.
Ich habe hier einfach nur Rat gesucht und und habe freche Antworten bekommen.
Ich weiß nicht was mit euch los ist, aber ich finde man hätte objektiver antworten können.
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Malindi » 15.09.2015 - 03:18

Noch eine Nachricht an die freundliche Romana:
Ich erwarte keinen ProfiLohn sondern mindestlohn.
Redest du im echten Leben auch so mit wildfremden menschen? Du solltest dich schämen.
Und warum bin ich eine meckerliese?
Weil ich nicht alles akzeptiere was man mir vorsetzt und Dinge hinterfrage ?
Ich halte das für klug.
Ich bin wirklich enttäuscht von diesem Forum
Hilfe findet man hier keine.
Schreibt was ihr wollt. Ich bin raus.
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Romana » 15.09.2015 - 05:21

Malindi, jetzt bist du aber unfair. Dass sich hier ein Streit zwischen mir und Martin entwickelt hat, ist nicht die Schuld des Forums. Und nützliche Antworten hast du ja bekommen. Du hast erfahren, wie hoch der gesetzliche Mindeststundenlohn in Australien ist, und hast sogar einen Link bekommen, wo du den genauen Betrag nach Branchen gegliedert nachsehen kannst. Und du hast erfahren, wie viel Geldwert man einer Unterkunft beimessen sollte. Wenn du also 1 und 1 zusammenrechnest, hat dir die gute Lauchbäuerin durchaus den Mindestlohn oder mehr angeboten. Wenn du wesentlich mehr als das verdienen willst, rate ich dir, außerhalb von Bauernhöfen zu suchen und zwar in einer Branche, für die du qualifiziert bist. Vielleicht Büroarbeit bei einem deutschen Unternehmen hier oder in einem Hotel oder irgendwas im Maschinenbau oder in der Krankenpflege - je nachdem, was du gelernt hast. Aber mit Reisen wird sich so eine Anstellung wahrscheinlich nicht leicht verbinden lassen. Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Stellensuche!
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Wastl » 17.09.2015 - 16:58

Sorry Romana,
deinen Wohltaten alle Ehren, aber was du hier bezüglich der Löhne immer von dir gibst, entspricht absolut nicht der Norm und ist völliger Käse. KEIN Backpacker sollte in Australien für 12$ pro Stunde brutto arbeiten gehen. Da ist es auch völlig egal ob du noch so eine kleine Olivenfarm hast oder du Unterkunft, Nahrung und sonstige Dinge kostenlos anbietest.
Letztendlich verrichten Backpacker die gleiche Arbeit (zum Teil sogar besser) wie Australier. Also kann man erwarten, dass man auch genauso gut bezahlt wird. Du kannst doch nicht verlangen, dass man sich beweisen muss und deswegen zunächst rigoros unter Mindestlohn bezahlen. Sorry, aber wenn du meinst, dass jemand nicht genug Arbeitskraft aufbringt für seinen Stundenlohn, dann musst du diese Person entlassen und ganz einfach jemand Neuen suchen, der besser arbeitet für sein Geld. Wenn du zu hohe Personalkosten hast, musst du an deiner Betriebswirtschaftlichkeit etwas ändern und nicht Löhne kürzen. So funktioniert leider nun einmal soziale Marktwirtschaft. Auch in Australien. Das Mittelalter ist längst vorbei.
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Wastl » 17.09.2015 - 17:00

Romana hat geschrieben:davon werden bis zu 40% Steuern abgezogen
Das ist Unsinn, Romana. 40% wurden und werden auch in Zukunft nicht vom Lohn als Steuern abgezogen.
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Chacco » 17.09.2015 - 21:15

12 $ die Stunde ist ein Witz, auch wenn Ramona was anderes behauptet.
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von ripper » 18.09.2015 - 17:57

Naja 40% Steuern muss man schon mal bezahlen, dann kann man sich das aber auch leisten ;)

Wenn Romana nun in diese Gehaltsgruppe gehört, dann hat sie sich spätestens jetzt disqualifiziert und nutzt offensichtlich Leute aus. Aber muss man ja selber wissen. Viele Städter bezahlen Geld um zum Beispiel Pferdemist schaufeln zu dürfen, das ist ernsthaft bescheuert. Wenn ich die Erfahrung für ein paar Wochen wollte würde ich doch lieber für umme auf nem Bauernhof wohnen und mir das Taschengeld einstecken wollen...
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Romana » 19.09.2015 - 02:12

ripper hat geschrieben:Wenn Romana nun in diese Gehaltsgruppe gehört, dann hat sie sich spätestens jetzt disqualifiziert und nutzt offensichtlich Leute aus.
Lieber Ripper, erstens finde ich persönliche Angriffe hier im Forum äußerst unangebracht und sie widersprechen auch den Regeln. Zweitens muss man schon die näheren Umstände kennen, um festzustellen, wer von wem ausgenutzt wird. Ich fühlte mich zum Beispiel Anfang dieses Jahres von drei Deutschen sehr ausgenutzt, die nach ihrem anfänglichem Aufenthalt bei mir (bei dem alles in Ordnung war) einen bezahlten Job in Adelaide bekommen hatten und daher nach etwa eine Monat wieder ausgezogen waren. Kurz vor Weihnachten riefen sie an, dass sie über die Feiertage frei hätten und ob sie für ein paar Tage zurückkommen könnten, um gemeinsam Weihnachten zu feiern. Ich hatte zu der Zeit eine französische Wwooferin da, also brauchte ich keine zusätzlich Hilfe, aber ich sagte ja, weil ich dachte, eine gemeinsame Feier wäre doch sicher schön. Um die Geschichte kurz zu machen: Diese drei Leute steuerten keinen Pfennig bei (ob zu den 2 Weihnachtsgänsen und dem Truthahn oder dem Sekt zu Neujahr oder sonstwann) und gingen auch nicht mehr zu ihrem Job zurück, sondern machten sich in meinem Haus bis Anfang März breit. Sie sagten mir auch offen ins Gesicht, dass sie es "unfair" fanden, dass ich sie immer wieder fragte, wann sie denn nun weiterziehen würden... Ich musste sie letztendlich mit Hilfe von ein paar australischen Freunden rausschmeißen, weil ich es mir einfach nicht mehr leisten konnte - die drei haben sich auch noch an den meisten Abenden mit meinem Bier besoffen, während ich bis spät in die Nacht arbeitete, um Geld für all das Essen und Trinken aufzutreiben. Und nicht einmal kochen konnten sie, das wurde auch tagtäglich von mir erwartet. Und als Gegenleistung haben diese drei Leute effektiv gemeinsam 2 Stunden pro Tag (also rund 40 Minuten pro Person und Tag) unsere Tiere mitbetreut oder mal den Badezimmerboden gewischt. Also wer wurde da ausgenutzt? Und solche Fälle passieren immer wieder, wenn man sich nicht von vornherein absichert. Genauso kann man nämlich auch als Arbeitgeber bitter draufzahlen, wenn der Angestellte keine ordentliche Leistung erbringt, man sich aber wegen einem bestehenden Arbeitsvertrag nicht von einem Tag auf den anderen von ihm trennen kann. Da ist es doch besser, mit einem niedrigen Stundenlohn zu beginnen und dem Arbeiter bei guter Leistung eine Zusatzprämie zu geben. Also wie gesagt: Verurteile andere Leute lieber nicht, wenn du nicht die näheren Umstände kennst!
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Carpool Guy » 19.09.2015 - 05:02

Hm ich finde auch, dass du die sache vielleicht falsch angehst.
Wenn du mit wwoofern probleme hast, dann lade eben keine mehr ein und biete dein zimmer ueber AirBnB an wo dir urlauber eine von dir festgesetzte miete bezahlen. Wenn dir deine gaeste dein Internetlimit aufbrauchen und du keinen anderen internetanbieter hast, dann installiere eine passende software die pro computer und tag nur eine bestimmte trafficmenge zulaesst und klaere deine gaeste auf, warum du keine unebegrenzte flatrate hast und sie nicht stundenlang videos schauen koennen.
Oder beschaeftige statt woofern nur saisonarbeiter die nach leistung (pro kg) und nicht pro stunde bezahlt werden - damit kannst du zumindest vorher besser abschaetzen welche einnahmen/ausgaben du hast und wirst nicht enttaeuscht. Ich habe in australien das erste mal in meinem leben auf dem feld gearbeitet, und meine leistung war vielleicht 10% von dem was geuebte saisonarbeiter dort taeglich abgeliefert haben die praktisch 5 jahre lang oder laenger nichts anderes machen als von farm zu farm zu ziehen. Es dauert eine ganze weile um in die routine zu kommen und genuegend gemuese zu ernten um einen guten lohn zu verdiehnen, das passiert nicht von einem tag auf den anderen.

Der etwas weinerliche unterton ueber all die deutschen backpacker hinter deinen beitraegen ist sicher etwas kontraproduktiv - gerade in einem deutschsprachigen backpacker forum... :wink:
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Re: 12 dollar/Std ok ?

Beitrag von Romana » 19.09.2015 - 08:14

Carpool Guy hat geschrieben:
Ich habe in australien das erste mal in meinem leben auf dem feld gearbeitet, und meine leistung war vielleicht 10% von dem was geuebte saisonarbeiter dort taeglich abgeliefert haben die praktisch 5 jahre lang oder laenger nichts anderes machen als von farm zu farm zu ziehen. Es dauert eine ganze weile um in die routine zu kommen und genuegend gemuese zu ernten um einen guten lohn zu verdiehnen, das passiert nicht von einem tag auf den anderen.
Genau darum geht es! Danke, Carpool Guy, dass du das so klar und offen sagst. Genau das wollte ich mit mehreren meiner obigen Beiträge ausdrücken, habe es aber wohl nicht geschafft, mich wirklich verständlich zu machen. Und genau das sollte sich das Mädchen, dass diese Forumsfrage gestellt hat, durch den Kopf gehen lassen.

Bei meinen Wwoofern wie auch bei bezahlten Erntearbeitern oder Haussittern waren übrigens bisher die positiven Erlebnisse weitaus in der Überzahl, also lasst euch von der einen oder negativen Geschichte, die ich so erzähle, nicht verunsichern. Die meisten Wwoofer, die zu mir kamen, hatten noch nie mit den Tierarten zu tun, die sie bei mir betreuen lernen; sie haben noch nie Oliven geerntet oder verarbeitet und dürfen das bei mir gerne mit 10 % oder auch nur 5 % der Arbeitseffektivität eines erfahrenen Arbeiters ausprobieren, ohne gleich rausgeworfen zu werden; und wenn sie nicht kochen können, biete ich ihnen jedes Mal an, dass sie es gerne mit mir zusammen jeden Tag üben können. Und die meisten Wwoofer nehmen diese Angebote sehr gerne an; wir haben dann viel Spaß zusammen und alle Beteiligten profitieren vom fröhlichen Zusammenleben und Zusammenarbeiten. Oft haben meine Wwoofer auch gleich im Anschluss einen bezahlten Job z. B. als Pferdepfleger oder Olivenernter gefunden, weil sie diese Arbeiten bei mir erlernt und von mir ein gutes Arbeitszeugnis bekommen hatten. Und dann konnten sie auch mit Fug und Recht einen vernünftigen Lohn verlangen. Und bezahlte Erntearbeiter haben von mir manchmal nach getaner Arbeit - zu ihrer größten Überraschung und Freude - das Doppelte des vorher vereinbarten Lohns bekommen, wenn sie mir eine überreiche Ausbeute abgeliefert haben. Das ist in der REGEL so.

Die Ausnutzer unter den Wwoofern, Gästen und Lohnarbeitern sind eher die Ausnahme - genauso wie Ausnutzer unter den Gastgebern und Arbeitgebern eher die Ausnahme sind. Und ich zähle da bestimmt nicht dazu! Und ich glaube, die gute Lauchbäuerin, um die es bei dieser Frage hier anfänglich ging, ist auch kein solcher Unmensch. ;)
Ich habe 17 Jahre in Australien gelebt und gebe euch gern Ratschläge, wie ihr eure Zeit dort gut überleben könnt. :grins:
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