Steuer - Selber machen

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Moderator: Yassakka

Bennibaba
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Steuer - Selber machen

Beitragvon Bennibaba » 04.07.2013 - 07:14

Hallo,
da ich Steuer"beratern" wie taxback grundsaetzlich skeptisch gegenueberstehe, wuerde ich meine Steuerrueckerstattung gerne selbst machen.
Nun arbeite ich noch bis Ende Juli (verpasse also die Frist fuer dieses Jahr).
Also fuelle ich meinen Steuerbescheid online uber e-tax (von der offiziellen Gov. Seite) aus nd schicke ihn Anfang August ab oder gibt es dort was zu beachten (weil so viele Backpacker zu Organisationen gehen).
Oder muss ich bis naechstes Jahr warten (weil das Steuerjahr ende Juni auslaeuft) und alles von Deutschland aus machen?

Danke schonmal
lg Bennibaba
leinaDM
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Beitragvon leinaDM » 04.07.2013 - 08:10

Bennibaba hat geschrieben:Nun arbeite ich noch bis Ende Juli (verpasse also die Frist fuer dieses Jahr).


Was du damit meinst ist mir nicht ganz klar!?

Alles was du zwischen 01.07.12 und 30.06.13 in Australien verdient hast (und theoretisch auch deine weltweiten Einkünfte, sollte es in der Zeit welche gegeben haben) musst du bis zum 31.10.13 in deiner australischen Steuererklärung angeben.

Alles was du jetzt im Juli verdienst, geht in die Steuererklärung nächstes Jahr. Es gibt die Möglichkeit, die Erklärung fürs nächste Jahr im Voraus zu machen, wenn du weisst, dass du definitiv keine weiteren Einkünfte mehr in dem Finanzjahr haben wirst (z.B. weil du wieder heim fliegst etc.). Das musst du dann aber ggf. auf dem Papierweg erledigen, da das neue Etax für 2013/2014 dann wahrscheinlich noch nicht verfügbar ist (war bei mir auch so und hat super geklappt). Du musst in jedem Fall zwei separate Erklärungen abgeben, egal wie und von wo du es anstellst. Bei der vorzeitigen Papiererklärung für Juli dann einfach das aktuelle Taxpack verwenden und die 2013 oben auf der ersten Seite durchstreichen und 2014 hinschreiben (offizielle Auskunft der ATO!).

Hoffe, ich konnte ungefähr helfen und habe deine Frage richtig begriffen.

LG
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Beitragvon Chacco » 04.07.2013 - 09:17

Bennibaba hat geschrieben:...oder gibt es dort was zu beachten (weil so viele Backpacker zu Organisationen gehen).

Zu beachten gibt es, dass du höchstwahrscheinlich kein Geld zurück bekommen wirst, vielleicht musste sogar nachzahlen.
Das ist wohl der Hauptgrund, warum viele zu Taxback und Co. gehen, die nehmen es mit der Wahrheit bei der Steuererklärung nicht so genau.
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Beitragvon Wastl » 06.07.2013 - 19:54

Chacco hat geschrieben:
Bennibaba hat geschrieben:...oder gibt es dort was zu beachten (weil so viele Backpacker zu Organisationen gehen).

Zu beachten gibt es, dass du höchstwahrscheinlich kein Geld zurück bekommen wirst, vielleicht musste sogar nachzahlen.
Das ist wohl der Hauptgrund, warum viele zu Taxback und Co. gehen, die nehmen es mit der Wahrheit bei der Steuererklärung nicht so genau.


Versteh deine Aussage nicht, Chacco. Dem ATO ist es doch völlig egal, ob du die Steuererklärung persönlich einreichst oder von einer Tax Agency eingereicht wird. Ob nun du lügst oder die Tax Agency, wo ist da der Unterschied?
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Beitragvon Chacco » 07.07.2013 - 12:18

Wastl hat geschrieben: Ob nun du lügst oder die Tax Agency, wo ist da der Unterschied?

Erfahrungsgemäss interessiert das viele Backpacker nicht sonderlich, wie Taxback an eine Rückerstattung kommt. Aber selber direkt die Falschangaben beim Finanzamt zu machen, geht vielen dann wohl doch zu weit.
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Beitragvon Wastl » 08.07.2013 - 18:19

Wenn man aber mal auf der ATO Seite nachschaut stellt man aber ganz schnell fest, dass das ATO überall darauf hinweist, dass man auch bei Einreichung durch einen Tax Agent jegliche Verantwortung für die Steuererklärung übernimmt. Rechtlich macht das also rein gar keinen Unterschied.
Im Gegenteil, ich denke, wenn man die Steuererklärung selbst macht, kann man hinterher immer noch behaupten, dass man etwas falsch verstanden hätte oder einfach einen Fehler gemacht hat. Wenn ein Tax Agent Falschangaben macht, ist das meiner Meinung nach verdächtiger als wenn man das selber gemacht hat.
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Beitragvon WoHoo » 11.07.2013 - 01:36

wieso sollte man nachzahlen müssen? kriegt man nicht alle steuern wieder sobald man das land verlässt?
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Beitragvon Chacco » 11.07.2013 - 07:22

WoHoo hat geschrieben:wieso sollte man nachzahlen müssen

Weil der Steuersatz für den gewöhnlichen Backpacker hoch ist, oft aber zu niedrig versteuert wird.

WoHoo hat geschrieben:kriegt man nicht alle steuern wieder sobald man das land verlässt?

Auf korrektem Wege werden nur wenige Personen, die mit WHV in Australien waren, Steuern ( und garantiert nicht alle Steuern ) zurück bekommen.
Inoffiziell schaffen es aber viele Tax Agencies, durch bewusste Falschangaben Steuerrückzahlungen für ihre Kunden zu erlangen. Ein lukratives Geschäft für Taxback und Co. in einer legalen Grauzone.
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Beitragvon Wastl » 11.07.2013 - 17:24

WoHoo hat geschrieben:wieso sollte man nachzahlen müssen? kriegt man nicht alle steuern wieder sobald man das land verlässt?


Ich verstehe einfach nicht, wo diese Gerücht immer herkommt. Selbst wenn man als "resident for taxation purposes" durchgeht, bekommen vielleicht nicht mal 5% der Backpacker ALLE Steuern zurück.
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Beitragvon plutina » 15.08.2013 - 01:06

Also ich weiß auch nicht was man glauben soll... zwei Kumpels von mir haben die Steuererklärung selbst gemacht und haben beide 100 % der gezahlten Steuern zurückbekommen (2013). Ich habe es jetzt auch selbst gemacht, warte aber noch auf eine Antwort. Ein anderer Kumpel von mir hat es auch selbst beantragt, dann kam ein Brief, dass er Geld zurückzahlen muss, das hat er ignoriert und ist zu einer Agentur gegangen, denen musste er 100 $ zahlen, hat aber auch Steuern zurück bekommen :wink: Wie es aussieht handelt es sich hierbei wohl auch mehr oder weniger um ein Glücksspiel :eek:
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Beitragvon Sonjalein » 15.08.2013 - 14:14

wenn man als resident fur tax purposes durchgeht sind die ersten ca. 18.000 die man verdient steuerfrei. Steuerfreibetrag, genauso wie in deutschland. Dementsprechend kriegt man alles zurueck, wenn man unter 18.000 verdient hat (und als resident durchgeht, bzw sich durchschummelt)
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Beitragvon Yassakka » 15.08.2013 - 19:01

Sonjalein hat geschrieben:[...] (und als resident durchgeht, bzw sich durchschummelt)


Vor allem dies.
Berichte und Blog zu meinen bisher drei Australienreisen: australienberichte.de
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Beitragvon heimert » 18.08.2013 - 14:05

Mit welcher Motivation wurde eigentlich dieses Tax-Back System eingeführt? Lohnt sich das für den australischen Staat am Ende, volkswirtschaftlich gesehen, wirklich?
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Beitragvon leinaDM » 18.08.2013 - 14:32

Was meinst du mit "Tax-Back-System"?
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Beitragvon Wastl » 15.09.2013 - 13:36

heimert hat geschrieben:Mit welcher Motivation wurde eigentlich dieses Tax-Back System eingeführt? Lohnt sich das für den australischen Staat am Ende, volkswirtschaftlich gesehen, wirklich?


Natürlich lohnt sich das für den Staat. Was denkst du denn, warum man in Deutschland Einkommenssteuer bezahlt. Viele Backpacker in Australien verdienen halt nur nicht genug, so dass sie als Geringverdiener eingestuft werden und vom Steuersystem profitieren (immer vorausgesetzt man ist "resident").
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Beitragvon claire » 16.09.2013 - 10:36

Hi,

also ich persönlich Vertraue in solchen Angelegenheiten immer nur einem Steuerberater. Da habe ich viel zu viel Angst etwas falsch zu machen.

Just my 2 Cent :)
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Beitragvon Wastl » 17.09.2013 - 02:24

claire hat geschrieben:Hi,

also ich persönlich Vertraue in solchen Angelegenheiten immer nur einem Steuerberater. Da habe ich viel zu viel Angst etwas falsch zu machen.

Just my 2 Cent :)


Da gibt es nicht viel falsch zu machen. Du füllst die Income-Sektion und die Medical Levy / Surcharge Sektion aus und fertig ist das Ganze für einen normalen Backpacker, mal vereinfacht gesagt (mit etax ist das echt simpel). Wenn man schlau ist, gibt man noch ein paar Deductions an und schaut ob man ein paar Tax Offsets (Remote Zone Tax Offset, Low Income Tax Offset etc.) bekommt. Wenn du den ganzen Papierkram hast und dich ein wenig eingelesen hast, kann man da (fast) nichts falsch machen.
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Beitragvon traveldevil » 18.02.2014 - 23:12

Hallo Sonjalein,

der Vergleich mit dem Steuerfreibetrag wie z.B. bei uns in Deutschland ist gut, in anderen Ländern gibt´s wahrscheinlich ähnliche Steuerregelungen. Mir fällt da aber auch noch das Beispiel mit der Kleinunternehmerregelung ein. D.h. man kann sich bei uns in DE als Selbständiger beim Finanzamt ja auch als Kleinunternehmer anmelden, so daß man bis zu einem Jahresumsatz von bis zu 17500 Euro keine Mehrwert/Umsatzsteuer ausweisen und an das Finanzamt abführen muß, wobei diese steuerliche Regelung in Deutschland ja auf jede Art von Gewerbe anwendbar ist. MwSt muß man ja als Kleinunternehmer in DE erst, wenn man im laufenden Jahr über die 17500 EU kommt.

Zwei meiner Kumpels waren mal für einige Monate in Australien und haben sich als Erntehelfer durchgeschlagen. ich wage es zu bezweifeln, daß die beiden jemals genug geld verdient haben, um in Down under Steuern zahlen zu müssen. :lol: Naja, zumindest haben die beiden mir immer erzählt, daß sie in einem alten klapprigen VW-Bus gepennt haben und kein Geld für Sprit und Essen hatten ... auch eine Art, mit wenig glücklich zu sein, oder ?
Zuletzt geändert von Yassakka am 19.02.2014 - 18:51, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Werbelink entfernt.
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Beitragvon lifesurfer » 28.01.2016 - 22:01

Thema Steuererhöhung ab Juli:
Für euch ein Grund nach Neuseeland auszuweichen?

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