Reisefieber vs. Studium

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Wastl
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Reisefieber vs. Studium

Beitragvon Wastl » 23.08.2015 - 15:15

Hallo ihr Lieben,

auch jemand mit viel Reiseerfahrung braucht hin und wieder etwas Inspiration und Hilfe. Ich schildere Euch erstmal meine Situation bevor ich zu meinem Dilemma komme.

Ich war von 2011-2014 in Australien, dem Pazifik und Südostasien als Backpacker unterwegs. Ich bin nach Deutschland zurückgekehrt und habe in Berlin einen Job gefunden und habe dort quasi ein komplett neuen Lebensabschnitt angefangen. Über ein Jahr bin ich jetzt hier. Naja, sagen wir mal einfach, das Jahr lief suboptimal und so richtig hält mich eigentlich nichts in Berlin. Weder Job, die Stadt, noch das soziale Umfeld. Für mich kam also schon vor längerer Zeit die Frage auf, ob ich noch einmal Studieren möchte oder ob ich sogar noch einmal als Backpacker aufbrechen möchte.
Im Juli habe ich an einem Aufnahmetest für ein Master-Studium in Hannover teilgenommen. Hannover deswegen, weil ich dort bereits mein erstes Studium gemacht habe, ich dort 4 Jahre gelebt habe, Freunde dort habe und ich mich einfach heimisch und wohl in Hannover fühle. Eine andere Stadt kam für mich nicht in Frage. Entweder Hannover oder ich gehe einfach nochmal auf Reisen. Naja mein erstes Gefühl nach dem Aufnahmetest war, dass er eher schlecht lief und ich keine Chance haben werde, da auch nur 25 Studienplätze zur Verfügung stehen.
In der darauffolgenden Woche habe ich mich also dafür entschieden, dass ich nochmal auf Reisen gehen werden. Mit dem WHV nach Neuseeland. Ich habe dann Flüge gebucht, das Visum beantragt und auch genehmigt bekommen, eine Auslandskrankenversicherung für 2 Jahre abgeschlossen und auch schon ein wenig Equipment besorgt. Mental habe ich mich schon voll auf die Reise eingestellt und auch allen Leuten davon erzählt.

Nun mein Dilemma. Letzte Woche bekam ich einen Bescheid von der Uni in Hannover, dass ich einen Studienplatz bekomme. Völlig überraschend. Seitdem plagen mich große Zweifel, was ich denn machen soll. Wie gesagt, mit dem Kopf war ich bereits auf der anderen Seite der Erde. Aber dieser Studienplatz scheint mir eine einmalige Gelegenheit zu sein. Der Aufnahmetest war so schwer, dass ich nicht weiß, ob ich in 1 oder 2 Jahren noch einmal das Glück haben würde, angenommen zu werden. Ich habe mich eigentlich dazu durchgerungen, dass ich den Studienplatz annehme, auch wenn ich damit viel Geld (mehr als 500€ v.a. für Flüge und Visum) in den Sand setzen würde. Aber welche Rolle spielt schon Geld, wenn es um die eigene Zukunft geht.
Jedenfalls musste ich dann mit absoluten Entsetzen feststellen, dass man das WHV für Neuseland nur einmal im Leben beantragen kann. Also auch, wenn ich das genehmigte Visum einfach auslaufen lasse und es gar nicht benutze/aktiviere, kann ich das WHV für Neuseeland nicht noch einmal beantragen. Das war ein großer Schock. Naja und irgendwie weiß ich jetzt nicht mehr weiter, was ich machen soll. Das ist echt mit die härteste Entscheidung meines Lebens. Ich schwenke ständig zwischen Neuseeland und Studium hin und her und finde einfach keine Lösung bzw. kann mich nicht entscheiden.

Mir ist natürlich klar, dass hier im Forum die Meinungen Pro-Reisen ausfallen. Aber ich möchte hier auch gar nicht die Frage stellen, was besser wäre. Neuseeland oder Studium? Nein, denn für mich steht fest, beides würde mir gleich viel geben bzw. bedeuten. Diese Frage stellt sich mir also gar nicht. Reisen als Backpacker ist mir genauso wichtig wie eine anständige Bildung. Es geht vielmehr darum zu entscheiden, was wirklich schwerer wiegen würde. Die Reue, dass ich ein "once-in-a-lifetime"-Visum mit einer Arbeitserlaubnis für Neuseeland einfach so in den Sand setzte würde? Oder die Angst, dass ich den Studienplatz nicht noch einmal bekommen würde?

Ich weiß, dass ich letztendlich die Entscheidung allein treffen muss, aber ich bin hier auf der Suche nach den entscheidenden Argumenten, die meine Entscheidung stützen können. Ich hoffe, dass ihr nicht so emotional geladen seid wie ich und ihr mir hier vielleicht ganz einfache, logische und sachliche Argumente pro/contra Reise oder pro/contra Studium geben könnt. Natürlich interessiert mich auch, wie Ihr Euch aus dem Bauch in meiner Situation heraus entscheiden würdet.

Das ist echt eine verdammt harte Entscheidung. Bitte inspiriert mich.


LG Wastl
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Beitragvon Joschi8909 » 25.08.2015 - 11:27

Hallo Wastl,

Wenn du in dich hinein hörst: was ist denn dein langfristig Ziel?

Klar nach einem nicht so tollen Jahr zu Hause liegt es nahe das dich nichts so wirklich da hält.

Die ein oder 2 Jahre Uni könnten dir allerdings ganz andere Tueren öffnen. Bessere Job Chancen im Ausland und zu mal keinen Druck wieder nach Hause zu kommen und sich wieder zu fragen ob du jetzt studierst oder wie es jetzt weiter gehen soll.

Das mit dem bereits genehmigtem Visum ist total ärgerlich, das würde mir auch nicht anders gehen.
Du kannst vlt später hier nicht arbeiten, aber ganz ehrlich Neuseeland rennt nicht weg.und wie du selber schon geschrieben hast, du weißt nicht ob du nochmal eine Zusage für die Uni kriegen würdest.

Eine andere Möglichkeit wäre allerdings noch das Studium anzufangen und Urlaubssemester einzulegen oder?

Also ich tendiere ehr zur Uni, aber vlt auch deswegen weil ich auch schon über 2 Jahre weg bin und zwar ne Ausbildung habe, aber nie so richtig glücklich damit War. Und jetzt fange ich schon immer wieder an mir Druck zu machen wie es denn dann zu hause weiter geht...

Viele Grüße aus NZ und einen kühlen Kopf!
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Beitragvon Catfish » 25.08.2015 - 14:15

Ich würde auch erstmal die Uni fertig machen und schauen ob ich noch was Geld bei Seite bekomme für mein Ziel. Je mehr du auf der Seite hast desto leichter wird das in Australien. Wenn du dann dein Studium beendet hast, hast du auch bessere Chance einen Job zu finden...
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Beitragvon Eline » 25.08.2015 - 15:11

Auweia, wirklich eine Zwickmühle. Persönlich würde ich mich ja fast trotzdem für Neuseeland entscheiden, einfach, weil das wirklich etwas ist, das nur ein Mal im Leben geht. Ich bin halt Verfechterin der Theorie, dass man immer das am meisten bereut, was man in seinem Leben nicht gemacht und ausprobiert hat - wobei man das vom Studium natürlich genau so behaupten könnte. Allerdings glaube ich schon, dass es trotzdem einen Weg für dich geben kann und sollte, beides zu machen.

Ich selber habe vor einigen Jahren einen "Elite"-Master in meinem Feld begonnen, der auf dem Papier wahnsinnig gut klang, der mich dann aber so sehr enttäuscht hat, dass ich ihn schließlich geschmissen habe und um die Welt gereist bin. Das ist wirklich ein Weg, den ich niemandem empfehlen möchte, obwohl am Ende alles gut war, so wie es war.

Die Idee mit den Urlaubssemestern ist doch gar nicht so schlecht; prinzipiell hast du ja durchaus Recht drauf, ein aufgenommenes Studium auch in mehr als der Regelstudienzeit zuende zu bringen.
Oder frage alternativ doch mal bei der Uni, wie deine Chancen stehen, statt in diesem im nächsten Jahr angenommen zu werden. Manche (allerdings nicht viele) Prüfungsämter verlangen gar keinen zweiten Aufnahmetest, wenn du ihn ein Mal bereits bestanden hast. "Nur" mit einer möglichen Karriere zu argumentieren fände ich jedenfalls schwierig, denn dann kann es ja durchaus sein, dass dich dein Master enttäuscht und du dich ärgerst, dass du dich gegen Neuseeland entschieden hast...?

So oder so: Toi toi toi!
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Beitragvon Wastl » 26.08.2015 - 18:15

Danke erstmal für Eure tollen Beiträge.

@Joschi8909
Also so einen richtigen langfristigen Plan bzw. Ziel habe ich noch nicht. Ich weiß, dass ich mit Ende 30 nicht mehr so lang auf Reisen gehen will und irgendwann auch mal sesshaft werden möchte. Aber das ich jetzt ein richtiges Ziel in meiner Karriere oder in der Familienplanung vor Augen hätte, kann ich auch nicht behaupten. Deswegen ist es auch recht schwierig, in mich hinein zu hören. Weil da ist immer Chaos :lol:

@Catfish
Glaube mir, Geld habe ich bereits mehr als genug beiseite gelegt. Daran sollte es nicht scheitern :wink: Ich weiß das Australien teuer ist, aber da möchte ich auch gar nicht hin, wie du meinem Post entnehmen kannst, wenn du ihn nicht nur überflogen hättest :wink: Einen Studiumabschluss habe ich im Übrigen zudem auch schon :wink: Der bringt mir bei Work & Travel nur leider überhaupt nichts.

@Eline
Ich bin da voll bei dir bezüglich deiner Theorie. Die Frage ist halt wie sehr einen das schlechte Gewissen plagen würde, wenn man sich gegen das Studium entscheidet und ob man die Reise dann überhaupt noch so genießen könnte. Mit dem Argument "Karriere" stimme ich dir auch zu, dass fällt bei mir auch nicht ins Gewicht. Den Master jedoch will ich auf jeden Fall früher oder später machen, egal wie weit er mich letztendlich bringen wird.


Also bezüglich der angesprochenen Urlaubsemester kann ich schon einmal was vorweg nehmen. Das wäre für mich nicht in Frage gekommen (ich spare mir jetzt längere Erklärungen dazu), aber ich habe mit der Uni telefoniert. Und es wäre möglich mich erstmal einzuschreiben und direkt nach Neuseeland zu gehen. Ich könnte mir den Studienplatz quasi 1 Jahr lang "warm" halten, zurück kommen und direkt anfangen zu studieren. Klar ich müsste Semesterbeiträge bezahlen (~300€ pro Semester) aber gut, das nehme ich in Kauf. Als ich das gehört habe, war ich erstmal total happy. Aber mir wurde dann schnell klar. Die optimale Lösung ist das auch nicht wirklich, weil da schon noch einiges mehr dranhängt. Vor allem Finanziell. Hier nur einmal ein paar Punkte dazu:

:arrow: Da man an einer Uni nur immatrikuliert sein kann, wenn man auch krankenversichert ist in Deutschland, müsste ich natürlich auch für das erste Jahr, wo ich in Neuseeland bin, Beiträge zur studentischen GKV zahlen zusätzlich zu den Semestergebühren. Das wären dann schon allein knapp 1500€ (600€ Semestergebühren + 900€ Krankenkassenbeiträge) für die ich aufkommen müsste während ich in Neuseeland bin, von denen ich aber Null-Komm-Nichts habe
:arrow: Da ich natürlich dann nicht in der Regelstudienzeit (4 Semester) fertig werden könnte, müsste ich noch 2 Semester dran hängen. Das sieht vor allem das Bafög-Amt nicht gern, denn von denen bekommt man nur Geld für die Regelstudienzeit. Das bedeutet ich würde die letzten 2 Semester dann ganz ohne finanzielle Unterstützung dastehen :shock:
:arrow: Ab 30 Jahren fällt man aus der studentischen Krankenversicherung raus und muss sich freiwillig versichern. Das sind auch schon wieder gute 50€ mehr pro Monat an Krankenversicherung. Wenn ich sofort anfange zu studieren, wäre ich noch bevor ich 30 werde mit dem Studium fertig, wenn ich erst nach NZ gehe, dann nicht.

Ich könnte die Liste noch fortführen, aber das sind so die gravierendsten Beispiele. Unterm Strich ist mir jetzt zwar die Möglichkeit gegeben beides zu kombinieren, aber ich müsste dafür auch einen enormen Preis zahlen bzw. wäre ich mir dann gar nicht mehr so sicher, ob sich das Studium dann überhaupt noch "relativ" stressfrei realisieren lässt. Man muss ja immer vom Worst Case ausgehen und der Worst Case ist, dass ich ohne Ersparnisse aus Neuseeland zurückkomme und mein Bafög-Antrag abgelehnt wird. Ja, und dann stehe ich ohne irgendwelche finanziellen Mittel für das Studium da, muss irgendwo Teilzeit neben dem Studium ackern und habe kein Leben mehr.
Also anders gesagt, das Ganze wäre mit ganz schön Risiko und Ungewissheit behaftet, so dass ich auf jeden Fall in Neuseeland schon schauen müsste, dass ich etwas Geld anspare/übrig lasse. Ich weiß nicht ob das ganze einfach zu sehr in Stress ausarten würde. Es ist ja nicht nur das Finanzielle. Ich müsste ja dann auch schon von Neuseeland aus mich um alles nach meiner Rückkehr kümmern. Wohnung in Hannover... etc.

Und das ist eigentlich genau das, was ich überhaupt nicht wollte, wenn ich nach NZ gehe. Zu wissen, ja ich muss in einem Jahr zu Hause sein, weil mein Studium anfängt und deswegen möglichst viel Geld sparen/verdienen. Denn weswegen ich überhaupt noch einmal weg will ist einfach diese Ungezwungenheit und Freiheit eines Backpackers. Nicht zu wissen, was morgen kommt. Ohne Geldsorgen und ohne Zeitdruck. Das macht für mich den Reiz dieser Reise aus. Aber ich habe so im Gefühl, dass mir bei dieser Option einfach ein Großteil dieses Reizes verloren geht, weil letztendlich ich mehr Stress habe und ich mir mehr Geldsorgen mache, wenn ich mir den Studienplatz warm halte als wenn ich unbefangen nach Neuseeland gehen könnte.
Deswegen überlege ich trotz dieser jetzt aufgekommenen Option Neuseeland schweren Herzens einfach sausen zu lassen, das Studium ohne Sorgen und Probleme einfach durch zuziehen und dann kann ich ja immer noch völlig frei mit einem WHV Visum zum Beispiel nach Kanada gehen. Könnt ihr das nachvollziehen?

Aber im Prinzip bin ich jetzt immer noch nicht weiter, weil mir echt das Herz blutet, wenn ich daran denke, dieses Visum aufzugeben. Genau so, wie den Studienplatz herzuschenken. Eine Luxusentscheidung, ich weiß. Aber für mich hängt da so viel dran :cry:
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Beitragvon ezra » 28.08.2015 - 21:26

Das Herz wird dir so oder so bluten.
Also, beides zusammen geht nicht.
Also gut, ich an deiner Stelle würde mir überlegen, ob es denn genau dieses Studium sein muss. Ob ich davon überzeugt bin, dass ich genau das zwei Jahre lang studieren will, und dann auch in dem Bereich arbeiten will. Und auch dran Spaß habe und damit einigermaßen Geld verdienen kann. Und da wohnen kann, wo ich es gern hätte, mit den Leuten, die ich gern um mich habe. Wenn ich das alles oder auch meinetwegen fast alles mit "ja" beantworten würde. würde ich studieren, weil es meiner Meinung nach mehr zukunftsorientiert ist. Und ich meine das jetzt nicht spießermäßig, sondern eher nach dem Motto sich irgendwo einbringen, sich was aufbauen, was aus sich machen, eher die Richtung.
Kommt da aber vielleicht oder nein raus, würde ich Work and Travel in NZ machen, noch ein Jahr oder auch zwei Jahre Freitheit und Natur genießen und mich dann für ein anderes Studium einschreiben, oder was weiß ich danach machen.
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Beitragvon Romana » 29.08.2015 - 03:00

ezra hat geschrieben: Also, beides zusammen geht nicht.
Manuela


Also der Meinung stimme ich nicht zu. Klar kannst du beides zusammen machen!
Erstens kannst du den Studienplatz annehmen und dir ihn so sichern, dich dann aber gleich für ein Jahr beurlauben lassen; erkundige dich an der Uni, ob das möglich ist.
Zweitens sind die Semesterferien an der Uni meist recht lang und Prüfungen finden immer erst zu Semesterende statt; wenn du also jetzt mit dem Studium beginnst, kannst du zu Anfang der ersten Semesterferien losreisen und Mitte bis Ende des nächsten Semesters zurückkommen. Such dir im ersten Semester einen Freund an der Uni, der dich über den durchgenommenen Stoff informiert und dir ggf. Bücher und Skripten schickt. So kannst du auch in der Ferne lernen, damit du die Prüfungen schaffst.
Und, last not least, bieten viele Universitäten auch ganz offiziell Fernstudien an - da kannst du per Internet lernen und mit den Dozenten kommunizieren.

Ich persönlich würde auf jeden Fall das Studium als wichtiger erachten als die Reise. Mit einem "studierten" Beruf, der dir in Zukunft ein gutes Einkommen einbringen wird, kannst du dir später jede Menge Reisen leisten und brauchst vor Ort dann nicht mehr zu arbeiten und kannst die Reise besser genießen und dir etwas Luxus gönnen. Touristenvisa bekommst du jederzeit und überall.

Wenn es dir dagegen um die abenteuerliche Arbeitserfahrung im Ausland geht - wenn dir also die üblichen Backpacker-Arbeiten wirklich Spaß machen und das Geldverdienen dabei eher unwesentlich ist - kannst du in jedem Lebensalter und an jedem Ort der Welt wwoofen! Es entgeht dir also wirklich nichts, wenn du den Studienplatz annimmst.
Ich habe 17 Jahre in Australien gelebt und gebe euch gern Ratschläge, wie ihr eure Zeit dort gut überleben könnt. :grins:
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Beitragvon Limestone » 29.08.2015 - 03:19

Würde das Studium wählen. War ja anscheinend nicht ganz einfach da einen Platz für zu bekommen, wer weiß ob du das nach dem Jahr nochmal so einfach gebacken bekommst?
Muss ganz ehrlich sagen, da wäre mir das Risiko einfach zu groß, nach dem Jahr mit weniger da zu stehen, als am Anfang.
Wie du schon sagtest, könntest du immer noch nach Kanada gehen, und wer weiß, ob du dann überhaupt noch Lust auf so lange Reisen hast.
Man muss nicht unbedingt 12 Monate in einem Land verbringen, um dieses Stressfrei und ungezwungen bereisen zu können.
Komme selber erst aus 1 1/2 Monaten USA zurück und finde nicht, dass es vom Gefühl her anders war als mein Jahr in Australien. Habe mich einfach treiben lassen, hatte alle meine Freiheiten ohne irgendwelchen Zeitdruck, und trotzdem mega viel gesehen und erlebt. Alles was ich wusste war, dass ich am Ende in New York sein muss für den Abflug. Und die Zeit davor habe ich gemacht was ich wollte.
Von daher, Neuseeland läuft in dem Sinne ja nicht weg, auch wenn du dort nicht mehr arbeiten darfst.

Ich war die letzten Jahre auch mehr unterwegs als zuhause und bin nun dabei, mich mal wieder etwas um meine Zukunft zu kümmern. Und wie gesagt, in den Semesterferien kann ich ja trotzdem reisen.
Letztendlich musst du natürlich selbst entscheiden was für dich am besten ist, aber ich kann dir nur sagen, dass meine aktuelle Situation für mich ein sehr guter Kompromiss ist.
Heutzutage wird einem ja ständig dazu geraten bloß auf sein Herz hören, aber wie ich finde ist es manchmal auch nicht schlecht auf den Verstand zu hören, auch wenn es vielleicht im ersten Moment schmerzt.
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Beitragvon ezra » 29.08.2015 - 07:33

@ Ramona: beides zu kombinieren schließt der Fragesteller in einem früheren Betrag aus folgenden Gründen aus:

Zitat: "Da man an einer Uni nur immatrikuliert sein kann, wenn man auch krankenversichert ist in Deutschland, müsste ich natürlich auch für das erste Jahr, wo ich in Neuseeland bin, Beiträge zur studentischen GKV zahlen zusätzlich zu den Semestergebühren. Das wären dann schon allein knapp 1500€ (600€ Semestergebühren + 900€ Krankenkassenbeiträge) für die ich aufkommen müsste während ich in Neuseeland bin, von denen ich aber Null-Komm-Nichts habe
Da ich natürlich dann nicht in der Regelstudienzeit (4 Semester) fertig werden könnte, müsste ich noch 2 Semester dran hängen. Das sieht vor allem das Bafög-Amt nicht gern, denn von denen bekommt man nur Geld für die Regelstudienzeit. Das bedeutet ich würde die letzten 2 Semester dann ganz ohne finanzielle Unterstützung dastehen :shock:
Ab 30 Jahren fällt man aus der studentischen Krankenversicherung raus und muss sich freiwillig versichern. Das sind auch schon wieder gute 50€ mehr pro Monat an Krankenversicherung. Wenn ich sofort anfange zu studieren, wäre ich noch bevor ich 30 werde mit dem Studium fertig, wenn ich erst nach NZ gehe, dann nicht.

Ich könnte die Liste noch fortführen, aber das sind so die gravierendsten Beispiele. Unterm Strich ist mir jetzt zwar die Möglichkeit gegeben beides zu kombinieren, aber ich müsste dafür auch einen enormen Preis zahlen bzw. wäre ich mir dann gar nicht mehr so sicher, ob sich das Studium dann überhaupt noch "relativ" stressfrei realisieren lässt. Man muss ja immer vom Worst Case ausgehen und der Worst Case ist, dass ich ohne Ersparnisse aus Neuseeland zurückkomme und mein Bafög-Antrag abgelehnt wird. Ja, und dann stehe ich ohne irgendwelche finanziellen Mittel für das Studium da, muss irgendwo Teilzeit neben dem Studium ackern und habe kein Leben mehr.
Also anders gesagt, das Ganze wäre mit ganz schön Risiko und Ungewissheit behaftet, so dass ich auf jeden Fall in Neuseeland schon schauen müsste, dass ich etwas Geld anspare/übrig lasse. Ich weiß nicht ob das ganze einfach zu sehr in Stress ausarten würde. Es ist ja nicht nur das Finanzielle. Ich müsste ja dann auch schon von Neuseeland aus mich um alles nach meiner Rückkehr kümmern. Wohnung in Hannover... etc"
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Beitragvon hiso_wombat » 13.02.2016 - 20:37

Ich hab ein ähnlichea problem. Vielleicht kannst du ja in australien studieren?

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