habe ich genug Geld?

Alles rund ums liebe Geld: Fragen & Tipps zu Kontoeröffnungen, Kreditkarten, Banken, Geldtransfer, etc.

Moderator: Yassakka

Chacco
VIP Member
VIP Member
Beiträge: 5819
Registriert: 21.02.2005 - 13:00
Wohnort: Bangkok / Zürich
Kontaktdaten:

Re: habe ich genug Geld?

Beitragvon Chacco » 13.10.2016 - 17:16

Romana hat geschrieben:Erstens: Mit einem Tageslohn zwischen 100 und 200 Dollar ist jeder einheimische Landarbeiter durchaus zufrieden.

100 Dollar am Tag, das sind dann knapp über 2000 brutto im Monat. Wem willst du den Bären aufbinden, dass Einheimische damit zufrieden sind?
Also ich habe selbst vor 10 Jahren keinen einzigen Australier getroffen, der dafür gearbeitet hätte.

Romana hat geschrieben:Plus: Sie brauchen keine Unterkunft, Bad- und Küchenmitbenutzung oder Verpflegung, was mir gegenüber Backpackern weitere Kosten und Unannehmlichkeiten erspart.

Sonst hast du immer so positiv über deine Backpacker geredet, neuerdings sind sie eher lästig. Ich kann mir nicht helfen, du hast ne gespaltene Persönlichkeit oder?
Romana
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 388
Registriert: 23.11.2011 - 11:47
Wohnort: Südaustralien, genau zwischen Adelaide City und Kangaroo Island

Beitragvon Romana » 13.10.2016 - 21:12

Darf ich fragen, was diese ganze Diskussion mit dem Anliegen des Fragestellers zu tun hat?
Ich habe mich bemüht, ihm klar zu machen, er solle sich nicht ohne genug Geld und mit der Überzeugung auf die Reise machen, es sei einfach, gleich nach seiner Einreise Arbeit zu finden - und schon gar nicht dann, wenn er vor hat, an jedem Arbeitsplatz nur ein paar Tage zu bleiben. Das ist der ganze Sinn und Zweck der Beispiele, die ich angeführt habe, und sollte kein Grund für die üblichen Forumstrolle sein, mich wieder einmal persönlich anzugreifen. Aber ich nehme dazu trotzdem Stellung:

Chacco, ich habe bestimmt keine gespaltene Persönlichkeit. Es ist eine schlichte Tatsache, dass es einem Gastgeber zusätzliche Arbeit, Kosten und Umstände bereitet, in seinem Zuhause Gäste unterzubringen. Ich tu es trotzdem gerne, doch erwarte ich dann, dass sich die Gäste dafür dankbar zeigen, in Haus und Hof mithelfen und sich bemühen, sich unserem Lebensstil anzupassen - so wie es praktisch alle meine Wwoofer tun.
Ich tu es aber nicht gerne, wenn irgendein arroganter Schnösel daherkommt und auf "seine Rechte" pocht, mir mit seinen Zigaretten die Bude vollraucht, bis nach Mitternacht die Musik röhren lässt und sich jeden Abend mit Bier besäuft - wie es in Vergangenheit leider einige Deutsche mit Working-Holiday-Visas getan haben, die mir und anderen Bauern nur das Geld aus der Tasche ziehen wollten.
Und ja, es gibt durchaus Tage, an denen ich als Freiberuflerin selbst weniger als 100 Dollar verdiene. Meine Nachbarn, die nur von der Landwirtschaft leben, verdienen in der Regel weniger als das. Frage doch mal einen Bauern am Marktstand nach seinem durchschnittlichen Tagesgewinn und nach den Arbeitsstunden, die er dafür aufwendet!
Ein australischer Arbeitsloser oder Rentner bekommt im Durchschnitt 20 Dollar pro Kalendertag vom Staat, ein Lehrling durchschnittlich 20 Dollar pro Werktag von seinem Arbeitgeber. Und sie alle schaffen es, davon zu leben.

ExilBayer, wenn du schreibst "Deine Oliven sind nicht der typische Backpacker-Erntejob .... (für den) die Backpacker Schlange stehen", dann bestätigst du ja damit, dass es eben nicht genug typische Backpacker-Erntejobs für die vielen Backpacker gibt, sonst würden sie ja nicht Schlange stehen. Welche Alternativen schlägst du den Leuten denn vor, die keinen dieser wenigen "typischen Erntejobs" ergattern können?
Zuletzt geändert von Romana am 13.10.2016 - 21:37, insgesamt 2-mal geändert.
Ich habe 17 Jahre in Australien gelebt und gebe euch gern Ratschläge, wie ihr eure Zeit dort gut überleben könnt. :grins:
Romana
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 388
Registriert: 23.11.2011 - 11:47
Wohnort: Südaustralien, genau zwischen Adelaide City und Kangaroo Island

Beitragvon Romana » 13.10.2016 - 21:26

Tipp an den Fragesteller:

Wenn du es trotzdem tun willst und dich mit so wenig Geld nach Australien aufmachst und nicht wwoofen willst, dann besorge dir eine ABN - Australian Business Number - vom hiesigen Finanzamt. Das kannst du ganz schnell per Internet machen und damit bist du dann selbständiger Unternehmer. Je nach deinen Interessen und Fähigkeiten kannst du selbständiger Landarbeiter, Reinigungsprofi, Kraftfahrer, Landschaftsmaler, Reisejournalist oder sonst etwas sein. Als Selbstständiger, der seine Vergütung frei aushandelt und auf Rechnung arbeitet, kannst du dir leichter kurzfristige Arbeitseinsätze besorgen oder du kannst selbst etwas produzieren und verkaufen.
Ich habe 17 Jahre in Australien gelebt und gebe euch gern Ratschläge, wie ihr eure Zeit dort gut überleben könnt. :grins:
Carpool Guy
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 410
Registriert: 03.07.2011 - 14:25
Kontaktdaten:

Beitragvon Carpool Guy » 14.10.2016 - 00:26

Romana hat geschrieben: besorge dir eine ABN - Australian Business Number - vom hiesigen Finanzamt. ... Als Selbstständiger, der seine Vergütung frei aushandelt und auf Rechnung arbeitet, kannst du dir leichter kurzfristige Arbeitseinsätze besorgen oder du kannst selbst etwas produzieren und verkaufen.


Damit musst du allerdings deine steuern selbst machen, und die betragen wohl dabei um die 32%. Soll heissen von jeden 1000$ die du verdiehnst kannst du 1/3 nicht ausgeben, weil du es am ende des jahres zurueckzahlen musst.
Leute mit ABN einstellen ist ist fuer den arbeitgeber auf jeden fall teurer als festangestellte arbeiter, und man sollte auch keinesfalls den fehler machen zu wenig zu verlangen, eben weil man soviel davon wieder abgeben muss...
Backpacker lifts in Australien :: Roadtrip Rechner - berechne kosten fuer mietwagen, benzin und unterkunft.
Romana
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 388
Registriert: 23.11.2011 - 11:47
Wohnort: Südaustralien, genau zwischen Adelaide City und Kangaroo Island

Beitragvon Romana » 14.10.2016 - 01:48

Das stimmt nicht, CarpoolGuy. Der jährliche Steuerfreibetrag von 18.200 $ gilt für Selbständige genauso wie für Angestellte. Siehe: https://www.ato.gov.au/Individuals/Work ... threshold/
Bis zu dem Betrag braucht man überhaupt keine Steuern zahlen. Und um nicht darüber hinaus zu kommen, hat man als Selbständiger die Freiheit, alle möglichen Abzüge zu tätigen. Das könnte so aussehen:

Einkommen aus selbständiger Arbeit: 50.000
Arbeitsbezogene Ausgaben: 30.000
Gewinn vor Steuern: 20.000
Steuerpflichtiges Einkommen: 1.800

Arbeitsbezogene Ausgaben sind zum Beispiel alle Autokosten, da man ja mit dem Auto von Arbeitsstelle zu Arbeitsstelle fährt; Unterkunftkosten fernab von seiner Hauptadresse (man muss einen Hauptwohnsitz in Australien angeben); für den Beruf benötige Kleidung, Schuhe und Werkzeuge (also auch der Eimer, den man zum Geschirrabwaschen mitführt); Werbekosten - dazu gehören Internet- und Telefongebühren, weil man sich ja heutzutage über diese Medien um Arbeit bewirbt; und vieles mehr. Also allesamt Ausgaben, die der für Lohn angestellte und herumreisende Backpacker auch hat, aber nicht so leicht von der Steuer absetzen kann. Daher hat der Selbständige nicht mehr an Ausgaben, sondern lediglich der Anteil der steuerlich abzugsfähigen Ausgaben gegenüber den nicht abzugsfähigen verschiebt sich. Daher braucht der Selbständige auch nicht mehr zu verlangen als ein Lohnarbeiter. Er hat im Gegenteil den Vorteil, weniger verlangen zu DÜRFEN, ohne dass die betroffenen Parteien Schwierigkeiten mit Behörden befürchten zu müssen. So bekommt er zum Beispiel seine 88 Tage fürs zweite Visajahr spielend leicht hin, weil er für jedermann zu jedem beliebigen Preis arbeiten DARF, während lohnarbeitsuchende Backpacker auf die wenigen Großproduktionsbetriebe angewiesen sind, die sich die gesetzlich vorgeschriebenen Löhne und Rentenbeiträge und Versicherungen leisten können.

Aber wir weichen schon wieder sehr stark vom eigentlichen Thema dieses Gesprächsfadens ab.
Ich habe 17 Jahre in Australien gelebt und gebe euch gern Ratschläge, wie ihr eure Zeit dort gut überleben könnt. :grins:
windmoeller
neues Mitglied
neues Mitglied
Beiträge: 2
Registriert: 11.11.2016 - 14:06

Beitragvon windmoeller » 11.11.2016 - 14:13

Also auch ich habe einen Freund der vor ca. 3 Jahren in der selben Situation war wie du.
Er hat das alles wirklich super meistern können.
Allerdings hat er sich von Deutschland aus schon ein paar Arbeitsstellen rausgesucht wo er auch die Unterkuft dabei hatte.
Du kannst ja gucken das du für den 1. Monat sichere Arbeit hast (so hat es eben mein Freund gemacht) und danach schaust du weiter. Sollte alles zu meistern sein.
in dem 1. Monat hatte er glaube ich drei verschiedene Arbeitsstellen und ist dann mit dem Geld was er verdient hat sehr gut ausgekommen.
Man muss halt nur gut wirtschaften können.

lg :)
Chacco
VIP Member
VIP Member
Beiträge: 5819
Registriert: 21.02.2005 - 13:00
Wohnort: Bangkok / Zürich
Kontaktdaten:

Beitragvon Chacco » 12.11.2016 - 00:24

windmoeller hat geschrieben:Du kannst ja gucken das du für den 1. Monat sichere Arbeit hast (so hat es eben mein Freund gemacht) und danach schaust du weiter.

So gut wie unmöglich, dir als WHVler aus Deutschland nen Job in Australien zu besorgen :wink:
Romana
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 388
Registriert: 23.11.2011 - 11:47
Wohnort: Südaustralien, genau zwischen Adelaide City und Kangaroo Island

Beitragvon Romana » 12.11.2016 - 17:51

Chacco hat geschrieben:So gut wie unmöglich, dir als WHVler aus Deutschland nen Job in Australien zu besorgen :wink:
[/quote]

Genau darum wiederhole ich ja immer wieder: Fangt für die ersten ein oder zwei Monate erst mal mit Freiwilligenarbeit bei kostenloser Unterkunft und Verpflegung an und sucht euch von eurem Gastgeber aus dann in aller Ruhe und ohne finanziellen Stress bezahlte Jobs. Das geht mit Hilfe eures Gastgebers auch viel leichter als ohne Ortskenntnis und inländische Referenzen.
Ich habe 17 Jahre in Australien gelebt und gebe euch gern Ratschläge, wie ihr eure Zeit dort gut überleben könnt. :grins:
Martin
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 215
Registriert: 12.08.2007 - 01:54
Wohnort: Hauptstadt

Beitragvon Martin » 24.11.2016 - 18:45

Carpool Guy hat geschrieben:
Chacco hat geschrieben:
Romana hat geschrieben:Ich werde in der nächsten Olivenerntesaison auch lieber Einheimische einsetzen ....

Viel Spass dabei, Einheimische zu finden, die für nen Hungerlohn in der prallen Hitze arbeiten....

Gleich gehts los :lol:


:cool:

Romana hat geschrieben:Tipp an den Fragesteller:
dann besorge dir eine ABN - Australian Business Number


Oh weh...

Romana hat geschrieben:
ExilBayer hat geschrieben:
Romana hat geschrieben:Wenn der Backpacker nach seiner ersten Lohnauszahlung gleich wieder weiterzieht (weil er sich das Flugticket zum nächsten Jobangebot leisten kann)


Bei Dir hätte er nach 2 Monaten noch nicht genug für ein einfaches Busticket :wink:

Zurück zu „Die Reisekasse“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Yahoo [Bot] und 1 Gast