Wwoof

Fragen zu allem rund um die Vorbereitung in Deutschland wie Zeitplanung, Visabeschaffung, Einreisebestimmungen, usw.
nickisontheroad
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Wwoof

Beitragvon nickisontheroad » 17.09.2016 - 12:29

Huhu,
Ich hab mich mal übers wwoofing erkundigt. Für 70AuD bekommt man eine 1-jährige mitgliederschaft.
Wenn ich nun aber ein Jahr in Auszralien bin. Soll ich dann erst in Australien mich dort anmelden? Ich wäre nämlich daran interessiert mich im vorhinein ein bisschen zu erkundigen. Also wenn ich jetzt Wwoof beitrete könnte ich die mitgliederschaft auch noch in Australien um ca. Ein halbes Jahr oder so verlängern?
Oder habt ihr andere Lösungen, wie ich mich da etwas schlauer machen könnte. Und kann mir jemand kurz den Unterschied zwischen Wwoof und HelpX erklären.
Das sind einige Fragen, freue mich aber über jede eurer Antworten

Mit freundlichen Grüßen nickisontheroad
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Romana
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Beitragvon Romana » 19.09.2016 - 05:35

Hallo Nicki, ich wollte extra den anderen Forumsmitgliedern erst die Möglichkeit geben, deine Fragen zu beantworten, denn ich dachte mir, ich hätte hier in den letzten Jahren genug Aufklärungsarbeit betrieben. Aber nun konkret zu deinen Fragen: Wenn du ich schon von Deutschland aus bei Wwoof anmeldest, bekommst du sofort Zugang zu allen Adressen und zum Forum und kannst du dir schon vor deiner Abreise deine Unterkünfte entlang deiner gewünschten Reiseroute sichern. Du kannst die Mitgliedschaft immer wieder um ein volles Jahr verlängern. Selbst wenn du sie nur ein paar Monate lang nutzt, ist sie sicher den Jahresbeitrag wert.

Der Unterschied bei HelpX ist, dass dort alle möglichen Haushalte und Unternehmen dabei sind - nicht nur Biofarmen wie bei Wwoof - und dass die ganze Mitgliederschaft nicht so streng kontrolliert wird. Im Prinzip ist es eine Online-Kennenlernseite, ohne Versicherungen und ohne schriftliche Mitgliederverzeichnisse oder Apps; daher ist auch die Mitgliedsgebühr sehr niedrig bzw. man bekommt viele Leistungen umsonst. Ich habe festgestellt, dass HelpX vor allem bei Franzosen und US-Amerikanern beliebt und bekannt ist, und ich hatte einige sehr nette Leute über HelpX hier, aber noch nie Deutsche. Wie gesagt, eine sehr gute Website, aber nicht so ein streng regulierter und behördlich anerkannter Verband wie Wwoof. Daher bietet HelpX auch weniger Sicherheit, würde ich sagen. Wer Wwoof noch nicht kennt, hier ist ein recht guter Reisebine-Artikel und bald dürfte auch ein Interview mit mir im Blog erscheinen! http://www.workandtravel.reisebine.de/a ... n/wwoofing
Ich habe 17 Jahre in Australien gelebt und gebe euch gern Ratschläge, wie ihr eure Zeit dort gut überleben könnt. :grins:
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Beitragvon nickisontheroad » 20.09.2016 - 22:50

Danke für deine Antwort Romana,

Hab jetzt mal bei helpX ein Konto eingerichtet mit dem ich mich schonmal etwas darauf vorbereiten kann, was in Australien an Angeboten auf mich zukommen wird.
Bei Gelegenheit werde ich dann mein HelpX Konto zu einem Premium Konto machen, welches -wie du bereits erwähnt hast- nicht sehr viel kostet.
Auch werde ich mal mein Glück bei Wwoof ausprobieren um noch mehr in Erfahrung zu bringen und um noch mehr "Job" Auswahl zu haben. Und ja ich glaube die 70-85 AUD lohnen sich da wirklich pro Jahr.

LG Nick(isontheroad)
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Beitragvon nickisontheroad » 28.09.2016 - 08:55

Ich hätte da noch eine Frage zum Wwoofing.

Wie lange bleiben Backpacker wenn sie wwoofen bei einer Farm? Gibt es da ein Minimum an Tagen/Wochen/Monaten die die Backpacker auf der Farm verbringen sollen, damit sie überhaupt erst angenommen werden, oder ist das den Farmern völlig egal wie lange sie dort bleiben?

LG Nick
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Beitragvon Romana » 29.09.2016 - 14:44

Hallo Nick!

Standard ist eine Mindestaufenthaltszeit von 2 Nächten. In dieser "Probezeit" werden dem Wwoofer alle Arbeiten gezeigt, er kann die Gastfamilie kennenlernen und sich darüber klar werden, ob es ihm dort gefällt. Und umgekehrt freilich genauso - die Gastfamilie schaut, ob sie es länger mit diesem Helfer-Gast aushalten kann. Danach ist alles Vereinbarungssache.

Ich habe momentan die 25-jährige Tessa aus Holland hier. Sie hat von vornherein gesagt, weniger als ein Monat Aufenthalt wäre sinnlos für sie, weil sie sonst das Leben auf meiner Farm nicht richtig begreifen könnte. Sie ist seit fast zwei Jahren in Australien und auf der vorherigen Farm in Victoria war sie 6 Monate. Zuvor auf einer riesigen Rinderranch im tiefsten Outback drei Monate. Der Schaf-Farmer aus Victoria hat sie persönlich etwa 1.000 km hierher gefahren und will sie bald wieder hier besuchen kommen, weil sie eine so gute Freundschaft miteinander aufgebaut haben. Ein bisschen verrückt bei diesen Entfernungen, finde ich - aber auch irgendwie nett von ihm! Ich gehe davon aus, dass Tessa bei mir bleibt, bis ihr Visum ausläuft, sofern ich sie nicht vorzeitig mit einem Wutausbruch oder etwas ähnlichem verjage! Dieses Mädchen will also wirklich die Lebensweise von Einheimischen kennenlernen und teilen.

Mein zweiter aktueller Wwoofer ist ein 18-jähriger deutscher Junge, der zum ersten Mal wwooft und gerade erst vor drei Wochen in Australien angekommen ist und noch nicht so recht weiß, was er hier überhaupt will. Philipp ist sein Name. Ihm habe ich gleich von vornherein gesagt, dass er hier nur für maximal einen Monat ein kostenloses Bett haben kann, weil ich es ab Mitte Oktober schon jemandem anderen versprochen habe. Für Philipp ist der Aufenthalt hier demnach eher eine gemütliche und sichere Startbasis, um sich erst einmal im Land zu orientieren und einen Plan für seine Weiterreise aufzustellen und vielleicht von hier aus seinen ersten bezahlten Arbeitsplatz zu finden.

In zwei Wochen muss sich Philipp also vereinbarungsgemäß eine andere Bleibe suchen, denn dann kommt ein Jungbauernpärchen aus Deutschland hier an, das sich den Schlafplatz im Wohnwagen schon vor Monaten reserviert hat und mindestens zwei Wochen hier bleiben will, um sich das perfekte Auto auszusuchen und zu kaufen. Außerdem wollen die beiden zwecks einer eventuellen späteren Geschäftserweiterung ihres Milchviehbauernhofs in Deutschland einen klaren Einblick in die Olivenwirtschaft bekommen, um daraufhin eine richtig tolle Urlaubsreise zu machen und alle Sehenswürdigkeiten Australiens zu erkunden.

Du siehst also, es ist von Fall zu Fall verschieden. Jeder Wwoofer kommt aus einem anderen Grund, jeder will etwas anderes tun oder lernen, und jeder hat eine andere Vorstellung von seiner idealen Aufenthaltszeit. Minimum sind aber laut den Wwoof-Geschäftsbedingungen immer die zwei Tage/Nächte, damit man sich gegenseitig kennenlernen und dann Zukunftspläne schmieden kann.

Ich finde, es ist wirklich wichtig, dass man sich als Wwoofer wirklich für diese ersten zwei Tage/Nächte verpflichtet und nicht nur kurz reinschaut und gleich wieder abfährt. Das hat zum Beispiel mal ein motorisiertes koreanisches Pärchen bei mirr gemacht und ich empfand das als sehr unangenehm. Die beiden besichtigten mit mir das Haus und sagten dann: "We are shocked. We cannot sleep together with dogs and cats. This is disgusting." Und weg waren sie. Dabei konnten sie in diesen zehn Minuten ganz bestimmt keinen realistischen Eindruck von meinem Haushalt gewinnen. Ihr kurzer Besuch war demnach für alle Beteiligten nur eine einzige Enttäuschung und ich habe auch nie wieder von ihnen gehört.

Kurz darauf kam ein österreichisches Mädchen bei mir an und ich hatte leider wieder keine Zeit gehabt, zuvor die Katzentoiletten zu säubern und den Boden zu kehren. Auch Marina hatte einen schlechten ersten Eindruck und meinte, es sei schon ziemlich unhygienisch und unsauber hier und das sei überhaupt nicht ihr Stil, aber sie hielt sich an die Regel. Am nächsten Tag bestand ihre erste Einführungsarbeit im Katzentoilettensäubern und Hundehaare aufkehren und siehe da! Innerhalb von zwei Stunden war das ganze Haus wohlriechend und hygienisch sauber! Und das Mädchen, das im ersten Moment lieber gleich wieder abgereist wäre, blieb danach etliche Wochen hier und war super-happy. Marina ist sogar auch danach noch dreimal für Kurzzeitaufenthalte "nach Hause" zurückgekommen und wird uns wahrscheinlich noch einmal vor ihrer Rückreise besuchen - mit Freund(en).

Was ich damit sagen will: Lass dich nicht vom ersten Eindruck täuschen. Nach zwei Tagen sieht die ganze Sache oft ganz anders aus! Aber es ist schon gut, wenn du dir vorher Gedanken machst, wie lange du gern an einem Ort bleiben möchtest - und wenn du es deinem Gastgeber mitteilst.
Ich habe 17 Jahre in Australien gelebt und gebe euch gern Ratschläge, wie ihr eure Zeit dort gut überleben könnt. :grins:
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Beitragvon nickisontheroad » 29.09.2016 - 18:00

Herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort. Sehr hilfreich!

Grüße Nick
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Beitragvon MikeyDread » 03.01.2017 - 11:54

Den Unterschied kannte ich auch nicht, danke für die Antworten

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